"Animal Crossing" und BDSM passen im ersten Moment so gut zusammen wie Zuckerwatte und heißes Wasser. Doch die Corona-Krise zwingt viele Menschen, dazu kreativ zu werden. Ein*e Sexarbeiter*in hat in dem Nintendo-Game jetzt einen Ersatzort für Kundentreffen gefunden.

Weil die Welt da draußen derzeit ziemlich ungewiss und verrückt scheint, ziehen sich viele Menschen in virtuelle Welten zurück – sei es auf Social Media oder in Videospielen. Ein aktuell viel gehyptes Game ist Nintendos "Animal Crossing". Dort ist die Welt noch in Ordnung: Früchte und Blumen züchten, Käfer oder Fische fangen und mit anderen Charakteren quatschen und anfreunden. Ganz unbemerkt bleibt die Krise in der digitalen Pastell-Traumwelt allerdings nicht, denn einige User nutzen "Animal Crossing" als kreativen Ausgleich zu den Unzulänglichkeiten der Realität.

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Im Game hat man nämlich die Möglichkeit andere "Animal Crossing"-User mittels Code in deren Welt besuchen. Das ist nicht nur perfekt, um Freunde ohne Ansteckungsgefahr zu treffen, sondern bietet auch Spielraum für diejenigen, deren Beruf durch Corona massiv eingeschränkt wurde: Sexarbeiter*innen. Denali Winter etwa ist Friseur*in und D*minatrix und nutzt das Spiel seit den Coronavirus-Maßnahmen in San Francisco, um weiterhin mit den Kunden zu interagieren.

Hier war ein Kunde von Winter wohl nicht gehorsam und muss die Nacht im Käfig verbringen.

Lack und Leder trifft Pastell und Schmetterlinge

Winters Kunden zahlen meist kein echtes Geld, sondern helfen einfach virtuell oder lassen ein paar "Sternis" (so heißt die Währung im Spiel) springen, um digital gedemütigt werden. Sie müssen etwa Blumen gießen, werden mit einem Netz – das eigentlich zum Fangen von Schmetterlingen gedacht ist – versohlt oder, wenn sie ungehorsam sind, von Winter in einen virtuellen Käfig gesperrt. "Sexarbeiter*innen passen sich immer an, und das ist nur eine weitere Ebene der Anpassung", so Winter gegenüber dem "Guardian". "Ich muss irgendwie mit meinen Kunden in Kontakt treten."

"Denali's slave" steht auf dem Rücken dieses Kunden - alles möglich in dem Game.

Auch Kunden die sich für Gender Play oder Cross Dressing interessieren, kommen zu Winter, welche*r sich selbst als nicht-binär identifiziert. Animal Crossing ermöglicht es den Usern, unabhängig vom Gender verschiedene Kleidungsstile anzuprobieren. "Videospiele sind seit Langem eine Möglichkeit für Menschen, ihre Identität zu erforschen", so Winter gegenüber der Zeitung. "Es ist völlig sicher, sich in einem "Animal Crossing"-Spiel jemandem zu unterwerfen – wenn es dir nicht gefällt, kannst du dich jederzeit abmelden".

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  • Quelle:
  • Noizz.de