Wir haben den Film schon jetzt gesehen.

Viele Fans haben sich den 23. Mai 2019 bereits vor Monaten im Kalender markiert. Denn dann ist Kinostart von Guy Ritchies Realverfilmung des Klassikers "Aladdin". Nach fast 27 Jahren kehrt die Geschichte des gewieften Diebes und seines urigen Dschinnis nun auf die Kinoleinwand zurück – doch lohnt sich die Neuauflage mit Will Smith, Mena Massoud und Naomi Scott? NOIZZ durfte den Film schon vor der Deutschlandpremiere sehen und hat alle wichtigen Infos.

Willkommen in Agrabah

Der Vorhang geht auf, der epische Soundtrack beginnt: Die ersten Minuten von "Aladdin" sorgen für ordentlich Vorfreude. Denn schon die ersten Bilder des Films von Guy Ritchie sind ein Fest für die Sinne. Der Song "Arabian Nights" baut sich langsam auf und wunderschöne Szenen der Wüste Agrabahs entführen einen in die magische Welt des Disneyklassikers.

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Gleich zu Beginn des Filmes wird klar, dass es viele Neuerungen gibt. Eine davon: Die Geschichte des Dschinni wird viel ausführlicher erzählt. Er ist nicht mehr nur der Gehilfe von Aladdin, der springt, wenn er ruft. Er hat seine eigene Agenda und sogar ein eigenes Love-Interest. Vielleicht ist das aber auch einfach ein Weg, um Superstar Will Smith mehr Screentime zu verschaffen. Schließlich werden viele Zuschauer gerade wegen ihm ins Kino pilgern.

Grundsätzlich macht sich Will Smith besser als erwartet. Mit seinem unverkennbarem "Prince of Bel Air"-Charme macht sich der Hollywood-Star auch diese Rolle zu Eigen. Die Szenen, in denen er die Form des Dschinni annimmt, sind dennoch visuell ungefähr so befriedigend wie die Blue Man Group. Man sieht leider ganz klar den Übergang des menschlichen Kopfes in den animierten Körper. Selbst wenn Wills Kopf streng genommen auch gescannt und animiert ist, wie er in der Pressekonferenz in Berlin verriet.

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Doch nun zum eigentlichen Star des Filmes: Mena Massoud. Der Schauspieler ägyptischer Herkunft hatte mich im Trailer so gar nicht überzeugt. Viel zu glatt, zu geleckt für den Straßenjungen, der zum Überleben klauen muss. Im Film werde ich dagegen schnell warm mit Mena, der wie eine Mischung aus Elyas M'Barek und Noah Centineo aussieht. Sein verschmitztes Lachen kann mit der Zeichentrickvorlage definitiv mithalten.

Keine Prinzessin, ein Sultan

Prinzessin Jasmin erhält in der Neuauflage ein feministisches Make-over, das der aktuellen Zeit gemäß ist. Ihr Charakter ist komplexer; sie lässt sich von den Männern in ihrem Leben weniger im Zaum halten. Eine besonders wichtige Änderung: Im Gegensatz zum Original bietet Jasmin sich und ihren Körper Jafar am Ende des Filmes nicht an. "Sie ist ein Vorbild für Mädchen und Jungs. Sie zeigt: Mädchen können alles erreichen", so "Aladdin"-Darsteller Mena Massoud gegenüber NOIZZ. Auch Jasmin-Darstellerin Naomi Scott findet: "Prinzessin Jasmin ist eine Anführerin."

>> Mehr dazu: "Aladdin"-Star Naomi Scott im Interview

Prinzessin Jasmin

Grundsätzlich ist das Werk von Guy Ritchie auch visuell beeindruckend. Jedoch wirken einige Szenen, gerade in der Agrabah selbst, zu bunt und künstlich. Es ist einem in vielen Szenen leider bewusst, dass es sich hierbei um eine Kulisse handelt – und das reißt einen immer wieder aus dem kitschigen Traum, den "Aladdin" an anderer Stelle erschafft.

Representation matters

Alles in allem ist "Aladdin" dennoch ein Film für Liebhaber, die jede Zeile von "A Whole New World" und "Prinz Ali" mitsingen können. Gerade die aktuelle weltpolitische Lage macht "Aladdin" trotz kleiner Schwächen, zu einem wahnsinnig wichtigem Film. Denn während alle der Pariser Kathedrale Notre-Dame nachtrauern, deren Dachstuhl vor Kurzem abbrannte, wird im Nahen Osten durch Kriege gerade alltäglich wertvolles Kulturgut zerstört.

Die Repräsentation dieser Kulturen und deren Menschen setzt ein wichtiges Zeichen, wie auch Mena Massoud im Interview mit NOIZZ deutlich macht: "Das ist der diversteste Cast, den Disney je zusammengestellt hat. Als Kind hatte ich eine Sehnsucht, Menschen auf dem Bildschirm zu sehen, die aussehen wie ich." Diese Sehnsucht möchte Massoud mit seiner Arbeit "Aladdin" erfüllen.

Der Film läuft ab 23. Mai in den deutschen Kinos.

  • Quelle:
  • Noizz.de