Wenn 500 Leute in ein 41-Seelen-Dorf stürmen …

Der Internet-Star Rainer W. alias der „Drachenlord“ polarisiert online, seitdem er 2011 mit seinem Youtube-Kanal live gegangen ist.

Seine Fans und Hater haben Montagabend plötzlich zum „Sturm auf die Schanze“ aufgerufen. Damit meint die Meute nicht das Szeneviertel in Hamburg,die Sternenschanze, sondern das mit Bauzäunen und blauen Planen geschützte Haus vom „Drachenlord“.

Das Haus steht nämlich in Altschauerberg im Kreis Neustadt / Aisch-Bad Windsheim. Einem Ort, der so öde klingt, dass Youtube einem die große weite Welt zeigt. 2011 auch Rainer W., der mit „Tanzvideos“, dann mit privaten Talks immer bekannter wird.

Doch für den Drachenlord warteten in der großen weiten Youtube-Welt nicht nur Klicks und Fans, sondern auch jede Menge Hater. Die machten Rainer W. und seiner Schwester durch Beleidigungen, Bedrohungen und Stalking so zu schaffen, dass der Youtuber diese irgendwann heftig beschimpfte – und dabei seine echte Adresse verrät.

Seitdem kommen laut Polizei täglich (!) bis zu 30 Pöbler aus Deutschland und sogar aus dem Ausland nach Altschauerberg. Die Anwohner leiden.

Jetzt der neue Tiefpunkt: Der kleine Ort musste komplett abgeriegelt werden - Ausnahmezustand. Dutzende Beamte stellten sich den Hunderten entgegen, die sich verabredet hatten, um Altschauerberg und vor allem das Haus des „Drachenlords“ zu stürmen.

Die Pöbler werfen sogar Steine und Eier, Böller und Bierdosen auf das Grundstück.

Altneustadts Polizeichef Thomas Klein sagt: „Unsere Aufgabe ist es, die Bewohner zu schützen.“ Nach seinen Schätzungen sind „mindestens 500 Leute da, die wir fernhalten müssen“.

Wie viele davon Fans und wie viele potenziell gefährlich sind, ist unklar.

Seit drei Jahren beschäftigt uns der Mann“, sagt Polizeichef Klein. Die Polizei muss noch bis Dienstag präsent bleiben. Der geplante „Sturm der Schanze“ sorgte sogar für ein Versammlungsverbot des Landratsamt.

Quelle: Noizz.de