10 Gründe: „(500) Days of Summer“ auch nach 10 Jahren noch absoluter Kult

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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Vor gut zehn Jahren feierte der Film auf dem Sundance Festival Premiere. Foto: 20th Century Fox

„Dies ist keine Liebesgeschichte.“

Leute, ich bin offiziell richtig alt. Vor zehn Jahren war ich 19 und habe meinen ultimativen Lieblingsfilm geschenkt bekommen. Die Rede ist von „(500) Days of Summer“. Ich weiß nicht, wie oft ich ihn inzwischen gesehen habe, aber dieser Film ist ein Lebensretter. Bei jedem Liebeskummer, wenn ich schlecht drauf bin oder einfach keinen guten anderen Film finden, kann ich die DVD (ja, aber ohne Kratzer!) einlegen und diesen Film anschauen – und mich wieder aufs Neue in ihn verlieben.

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Der Film erzählt die Geschichte von Tom (Joseph Gordon-Levitt) und Summer (Zooey Deschanel) und spring nonlinear zwischen ihren 500 Tagen Beziehung (oder eben doch nicht) hin und her. Summer ist neu in Toms Büro – er arbeitet als Illustrator und Texter bei einem Verlag für Glückwunschkarten. Tom verliebt sich sofort in Summer und versucht sie rumzukriegen. Tja, blöd nur, dass Summer nicht an die wahre Liebe glaubt. Tom wird es ihr zeigen – aber anders als ihr denkt.

Denn er ist einfach der vollkommene Liebesfilm: Das richtige Maß an Kitsch und Liebe, aber auch Herzschmerz. Der Film spielt so krude mit unserer Erwartungshaltung – du bist als Zuschauer schließlich automatisch auf Tons Seite und denkst dir: Was ist eigentlich Summers gottverdammtes Problem?!

Wer diesen Film blöd findet, hat kein Herz und wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte es auf der Stelle tun – und danach den Text erst lesen. Denn ich werde verdammt viel spoilern (ich kann den Film mitsprechen, auf Englisch und Deutsch – ja, das ist freaky). Denn auch nach zehn Jahren hat der Film nichts an Charme eingebüßt. Und zwar genau aus diesen zehn Gründen:

1. Die Musik

Filmsoundtracks sind wundervoll. Und dieser hier ist eine Offenbarung. Die perfekte Mischung aus Indieliebessongs, jedes einzelne Lied passt perfekt zu jeder einzelnen Szene für das es ausgewählt wurde. Wer den Soundtrack hört, kann den Film vor seinem inneren Auge rekonstruieren. Und Tom Hansens „Schwäche für traurige, britische Popmusik“ kommt hier besonders zu tragen. Wer den Film sieht, wird sich augenblicklich nochmal in The Smiths verlieben. Und mit Regina Spektor leiden. Und mit The Temper Trap hoffen.

2. Summer Finn ist eine Bitch

Denken wir zumindest – weil wir ja alles nur aus Toms Sicht mitkriegen. Aber ist ja auch egal, es muss immer einen Schuldigen geben. Dank ihr erkennen wir zumindest, dass es DAS perfekte Match nicht einfach so gibt. Niemals. Und an Zufall glauben wir schon gar nicht.

Und dann ist sie doch wieder so bezaubernd, wie sie mit ihren blauen, coolen Klamotten und großen blauen Augen durch das Leben spaziert. Man verliebt sich einfach in sie. Den „Summer-Effekt“ hatte wohl jeder schon mal. Und deswegen ist und bleibt Summer eine Bitch, auch wenn sie eigentlich nichts dafür kann.

3. Tom Hansen ist ein Lauch

Aber trotzdem fiebert man mit ihm, weil er charming ist und eigentlich nur ein ganz normaler Dude, der eben auch mal Glück haben will. Jeder kann sich in ihn reinversetzen. Und er hat coole Freunde, die ihm helfen.

4. Zooey Deschanel und Joseph Gordon-Levitt sind die perfekte Besetzung

Wer auch immer die Besetzung ausgewählt hat, hat alles richtig gemacht. Denn Zooey Deschanel und Joseph Gordon-Levitt harmonieren in dem Film so gut zusammen, dass man ihnen jede einzelne Szene abkauft. Die beiden verstehen sich auch abseits der Kamera gut – so gut, dass sie sich jetzt zehn Jahre später noch einmal getroffen haben, um „(500) Days Of Summer“ gemeinsam zu schauen.

5. Und auch der restliche Cast

Auch die restliche Besetzung der Nebenrollen ist perfekt. Denn Hauptrollen brauchen die richtigen Sidekicks. Großartig Toms kleine Schwester, die ihm genau in dem richtigen Moment quasi in die Eier tritt. Und Toms Bros sind auch spitze und bieten als ewiger Single und Langzeitbeziehungs-Mensch die richtigen Gegenpole.

6.    Erwartungen vs. Realität

Es ist die wohl beste Szene in dem ganzen Film, sie bringt alles auf den Punkt. Tom hat ganz genaue Vorstellungen von seiner Beziehung zu Summer. Aber das ist eben nicht die Realität. Und das wird ihm genau dann bewusst, wenn er zur Verlobungsfeier von Summer geht – obwohl man davor selber auch denkt, er und Summer, die finden schon zueinander. Und dann wird uns das Herz gebrochen. Also Tom und uns. Ja, wir fühlen mit!

7. All die kleinen, versteckten Symbole

Wie bereits erwähnt, ich habe diesen Film etliche Male gesehen. Und jedes Mal entdecke ich ein neues „Easter Egg“ und irgendeine Anspielung. Die Filmreferenzen zur „Reifeprüfung“ und anderen Filmklassikern fallen jedem sofort auf, aber es gibt noch mehr Liebe zum Detail.

Zum Beispiel, das Summer IMMER irgendetwas Blaues trägt, was bekanntlich zum einen die Unschuld im Sinne der Jungfrau Maria symbolisieren könnte – oder aber auch das blaue Licht. Und das ist von seiner Wellenlänge und Farbtemperatur bekanntlich das wärmste Licht. Mindfuck!

Eine echte Wundertüte.

8. Der Humor

Mal ist ehr fein sarkastisch, dann auch wieder einfach nur albern – wie in der berühmt berüchtigten Ikea-Szene (hebet die Hand, wer sie schon mal nachgespielt hat …).

9. Liebe ist brutal

Tom ist auf Wolke Sieben mit Summer und fällt hart, als sie ihn verlässt. „(500) Days of Summer“ führt vor Augen, wie brutal Liebe doch sein kann. Und das man selbst aus so einem Loch wieder raus finden kann …

10. Autumn

… und dann eben nach dem Sommer seinen goldenen Herbst finden kann. Obwohl Tom in dem Moment gar nicht nach einer neuen Liebe sucht. Und ganz eigentlich wissen wir ja auch nicht, ob Tom mit Autumn glücklich wird. Aber dieser hoffnungsvolle Ausstieg mit einem Neuanfang sorgt eben auch dafür, dass er so ein gutes Gefühl hinterlässt.

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Quelle: Noizz.de