„4 Blocks“-Tour mit Massiv, Folge 1: Wer braucht so viele Shisha-Bars?

Manuel Lorenz

Editorial Director NOIZZ
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Ich war mit dem Rapper unterwegs auf der Sonnenallee.

Plötzlich hab ich seinen Autoschlüssel in der Hand. „Roter Audi, steht da vorne“, sagt Massiv und zeigt Richtung Karstadt. Fünf Worte, die alles enthalten, wofür der Straßenrapper steht: direkte, ratternde Punchlines, ein unverwechselbares rrrollendes R, die Mi-casa-es-tu-casa-Selbstverständlichkeit eines Sohns palästinensischer Flüchtlinge, die Bling-Bling-Affinität eines Musikers, der es in Deutschland geschafft hat.

Denn auch wenn Wasim Taha, wie Massiv mit bürgerlichem Namen heißt, nicht der Größte im Rap-Game ist und Kollegen wie Kollegah oder Bonez MC an ihm vorbeigezogen sind, kennt ihn jeder, der vom Business Ahnung hat – und spätestens seit er letztes Jahr in der Kultserie „4 Blocks“ Latif gespielt hat, den Schwager von Clan-Chef Toni Hamady, weiß man auch darüber hinaus, dass es ihn gibt.

Dieser glattrasierte Schädel reflektiert das arabische Berlin um uns rum Foto: Noizz.de

Ich überquere den Hermannplatz, geh über die Ampel, sehe Massivs feuerroten Audi. Ich denke: „Ich könnte mich jetzt einfach auch in die Karre setzen und 'ne Spritztour drehen!“ Mache ich natürlich nicht. Stattdessen schließ ich auf und lege meine Tasche auf den Beifahrersitz.

Ich schaue aufs Handy, eine Mail von Arndt, der Promo für die Serie macht: „Hallo Manuel, Almilas Management hat mich gerade angerufen. Sie hat einen Infekt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.“ Mist.

Wäre auch zu perfekt gewesen: Zusammen mit dem „4 Blocks“-Problem-Ehepaar Almila Bağrıaçık und Massiv ein Doppelinterview auf der Sonnenallee führen. Dann im Taxi weiterquatschen und zum Baklava-Laden „El Salam“ fahren, wo die türkische Schauspielerin in der Serie als Amara Hamady arbeitet. Dort großes Finale mit Çai-Umtrunk und Baklava-Gelage.

Foto: Noizz.de

Aber zum Glück stellt sich Massiv als der perfekte Gesprächspartner raus, erklärt mir die „Arabische Straße“, gibt freimütig Auskunft über die kriminellen Machenschaften von Araber-Clans in Berlin und richtet einen flammenden Appell an alle deutschen Serienproduzenten: „Hört endlich auf mit dem ,GZSZ‘-Shit!“

Als ich am Ende meine Tasche aus seinem roten Audi hole, parke ich dort eine Tüte Baklava zwischen, die ich dem NOIZZ-Team mitbringen möchte. Ich will noch schnell ein Selfie machen mit jenem geduldigen Gutgelaunten, dessen glattrasierter Schädel das arabische Berlin um uns rum reflektiert. Es windet, es ist bitterkalt, aber Massiv lässt mich über ihn ergehen.

„So, jetzt muss ich aber wirklich mal los. Termin“, sagt Massiv und rollt dabei das R wieder so schön, dass ich mich fast im Libanon wähne.

Massiv fährt los, und ich denke an mein Baklava auf seinem Beifahrersitz. Dabei ist er doch – Zitat – „gar kein Fan davon“! Er wird es mit seinen Brüdern teilen. Wallah, Wasim, bis demnächst in „4 Blocks 2“.

Quelle: Noizz.de

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