Der polnische Erotik-Thriller "365 DNI" spaltet die Meinung der Netflix-Zuschauer. Während die einen nicht genug Sexszenen von Mafiaboss Massimo bekommen, kritisieren andere die Darstellung: Der Film romantisiert Gewalt – findet nun auch Sängerin Duffy.

Die britische Soul-Pop-Sängerin Duffy schießt öffentlich gegen Netflix. Sie kritisiert den neuen Erotik-Film "365 DNI". Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Blanka Lipinska: Der neu ernannte Anführer der sizilianischen Mafia, Massimo, entführt Laura – eine hochrangige Verkaufsleiterin. Sie hat 365 Tage, sich in ihn zu verlieben. Stockholm-Syndrom sei Dank passiert das ziemlich schnell. Ende gut, alles gut? Ne, ne, ne. Jede Szene dieses Films ist so heiß wie Frittenfett – aber auch extrem fragwürdig. Zusammengefasst: Die temperamentvolle Laura lässt sich mit Shopping und Penisstunden beruhigen. Geschlechterklischees Level 3000. Zudem werden Gewaltdarstellungen, Entführung und sexuelle Gewalt verherrlicht.

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Duffy, britische Sängerin

Ist das Kunst, oder kann das von Netflix weg?

Klar, "365 Days" ist eine ausgedachte Geschichte. Ein Roman, Film – Kunst, wenn man so möchte. Darf man die Kunstfreiheit angreifen? Man darf sie zumindest kritisieren. Denn was zu Beginn des Films definitiv fehlt, ist ein Disclaimer. Ein Film sollte nämlich nicht dazu anregen, Frauen zu entführen und gewaltsam festhalten. Was in "365 Days" gezeigt wird, ist für viele keine heiße Sexfantasie, sondern brutale Realität. Sängerin Duffy möchte nun darauf aufmerksam machen. Die "Mercy"-Sängerin ist laut eigener Aussage selbst schon einmal festgehalten und vergewaltigt worden. Der neue Netflix-Streifen weckt Erinnerungen.

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Duffy veröffentlichte nun einen öffentlichen Brief in "The Sun". Dabei richtet sie sich an Netflix und fordert, den Film zu löschen. "'365 Tage' verherrlicht Sex-Handel, Entführung und Vergewaltigung von Frauen. Das sollte nicht als Unterhaltungsprogramm dienen. Es macht mich traurig, dass Netflix einem solchen Film, der Kidnapping erotisiert und sexuelle Gewalt verzerrt darstellt, eine Plattform bietet", so die Sängerin. Sie wünscht sich, dass die Macher das Geld investieren und über sexuelle Gewalt aufklären.

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Quelle: Noizz.de