Kann es mit WG Gesucht mithalten?

Wenn du dein Zimmer zur mehr oder weniger illegalen Untermiete anbietest, dann ist das mit mindestens einem von zwei nervigen Zeitvertreiben verbunden: Entweder du machst einen Post auf Facebook, der innerhalb weniger Minuten viral geht und dein Messenger zu-spammt mit Nachrichten fremder Menschen, die von deinem Post "durch Laura" erfahren haben und "schon sooo lange suchen". Oder aber du gehst den traditionellen Weg und postest ein Inserat auf "WG gesucht", das nach einem Tag über 200 Anfragen hat. Die WG-App Badi behauptet, für dieses Problem nun eine Lösung gefunden zu haben. Doch kann der Underdog wirklich mit App-Riesen wie "WG gesucht" mithalten?

Badi funktioniert so: Du erstellst dir ein Profil und gibst darin Informationen an über deine Hobbys, deinen Musikgeschmack oder deine Persönlichkeit. Mittels eines Algorithmus' sucht dir die App dann nicht nur Zimmer, sondern auch Mitbewohner per Match-Prinzip. Laut dem Unternehmen hat es schon 5,4 Millionen Mal auf Badi "gefunkt". Die App ist vertreten in Barcelona, Madrid, London und Paris. Jetzt soll sie auch in Berlin starten.

Irgendwie hört sich das alles ein bisschen nach Tinder an. Falk Siegel, Badi-"City Launcher" hält allerdings dagegen. Schließlich besteht das Matching-Prinzip auf Badi nicht aus dem klassischen Swipen. Dir werden stattdessen direkt Profile vorgeschlagen, die besser auf dich passen, als andere.

Das ist auch der entscheidende Unterschied von Badi zu "WG gesucht" – denn dort werden dir alle Angebote innerhalb den von dir eingestellten Filter angeboten. Abgesehen von oberflächlichen Eingrenzungen wie Raucher/Nichtraucher oder männlich/weiblich kannst du dort wenig beeinflussen, was für Eigenschaften deine zukünftigen Mitbewohner haben sollen. "Dort wird noch auf eine sehr klassische Art Mitbewohner gesucht", sagt der Badi-Mitarbeiter. Doch sie wollten mehr den sozialen Aspekt in die App bringen: "Du matchst nicht nur mit einer Wohnung, sondern auch mit einer Person". 

Generell glaubt er, dass WG-Castings mit Badi bald überflüssig werden könnten. "Natürlich gibt es Menschen, die noch persönlichen Kontakt suchen, doch klassische WG-Castings brauchst du gar nicht mehr – du matchst ja von vorne herein mit Menschen, die sowieso zu dir passen", so Siegel. 

Am 15. Oktober startete die WG-App Badi in Berlin. 

>> Big Brother-Klo und fliegende Weihnachtsbäume: Ich bin 6 mal in sechs Monaten umgezogen

>> Wohnungssuche in Berlin: Sexismus, Horror-Preise und Dreistigkeit

Quelle: Noizz.de