Die Plattform trifft sich zu der Frage gerade mit Aktivisten.

Instagram hat diese Woche kapp 20 ausgewählte Aktivisten und Künstler in sein New Yorker Headquarter eingeladen, um über die Nacktheitsrichtlinien des Social Networks zu sprechen. Die Regeln, die auch die Abbildung von Brustwarzen von Frauen verbieten, sind schon seit Jahren wegen Sexismus-Vorwürfen in der Kritik. Entblößte Männer-Nippel sind für Instagram nämlich kein Problem.

Instagram reagiert mit dem Meeting auf die langen Forderungen von Usern und insbesondere auch Künstlern, die aufgrund der Regelungen zu nackter Haut immer wieder mit der Löschung ihrer Werke zu kämpfen haben. Bereits 2012 formte sich, auch als Reaktion auf die Instagram-Regelungen, die #FreeTheNipple-Bewegung, die unter anderem mit Miley Cyrus, Rihanna und Cara Delevigne viele prominente Unterstützer hat.

Ins Rollen gebracht wurde das Meeting von der visuellen Künstlerin Joanne Leah, die durch ihre Petition zum Thema Zensur von Kunstwerken mit Nacktheit bereits Beziehungen zum Richtlinienteam von Facebook hatte. Neben Leah waren auch die Künstlerinnen Marilyn Winter und Micol Hebron unter den Anwesenden, die sich seit Jahren für den Kampf gegen Instagrams Diskriminierung von weiblicher Nacktheit einsetzen.

Ironischerweise wurde just nach dem Treffen der Account von Hebron gesperrt, nachdem sie ein Bild postete, auf dem sie oberkörperfrei vor dem Instagram Headuarter zu sehen war. Sie hatte bereits zuvor kritisiert, dass es den derzeitigen Leitlinien an Nuancen fehle, die Körper und Identitäten der Nutzer würden kontrolliert. Der Account ist mittlerweile aber wieder erreichbar.

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Was genau bei dem Treffen besprochen wurde und ob sich an der Policy bald etwas ändern wird, ist unklar. Alle Teilnehmer mussten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, das Meeting fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. In einer E-Mail an "Hyperallergic" erklärte Instagram lediglich es sei "eines der wichtigsten Elemente unseres Strategieentwicklungsprozesses, mit externen Experten und Interessengruppen zu sprechen, um sicherzustellen, dass wir so viele Perspektiven wie möglich berücksichtigt haben. Dieses Treffen hat uns das ermöglicht, und wir hoffen auf einen kontinuierlichen Dialog."

Instagram wurde von Facebook aufgekauft, hat aber seine eigenen Richtlinien zu Nacktheit. In den Gemeinschaftsrichtlinien schreiben sie: "Wir wissen, dass manche Personen Bilder von Nacktheit als künstlerische oder kreative Darstellungsform teilen möchten. Aus verschiedenen Gründen ist die Darstellung von Nacktheit auf Instagram jedoch nicht zulässig. [...] Fotos, die Narben nach einer Brustamputation oder aktiv stillende Mütter zeigen, sind jedoch erlaubt. Auch Nacktheit in Fotos von Gemälden und Skulpturen ist in Ordnung."

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Quelle: Noizz.de