Alle Hater haben keine Ahnung.

Samsung hat eine neue Technologie vorgestellt, die eindeutig ins 21. Jahrhundert gehört: ein faltbares Handy. In einem Video auf Instagram sieht man, wie ein Nutzer das Handy in einem normalen „Handy-Format“ benutzen kann – und dann einfach über die lange Seite aufklappt in ein Tablet. Das Ganze nennt sich ein „Infinity Flex Display“ und soll in ein paar Monaten in die Massenproduktion gehen.

Wer mir versucht zu erklären, dass das faltbare Handy von Samsung nicht schon etwas spektakulär aussieht, der lügt. Denn ziemlich spacey ist die Technologie auf jeden Fall. Wieso bricht das Glas beim Falten nicht? Und der Touchscreen soll wirklich funktionieren?

Kaum zu glauben, dass mein erstes Handy mit zwölf Jahren noch ein (Klischee-Alarm!) unkaputtbares Nokia 8210 war, das mir auf meinem Heimweg mit einem verpixelten, monochromen Karate-Spiel half, die Zeit zu vertrieben. Jetzt, noch nicht mal zehn Jahre später, kann ich einmal auf meinen handgroßen Bildschirm tippen und meinen Kalorienverbrauch der letzten sechs Monate beobachten. Crazy shit!, sag ich da nur.

Als ich das Video vom faltbaren Handy heute Morgen entdecke, zeige ich es begeistert meinem Kollegen. „Hab' ich schon gesehen“, sagt er gelangweilt. „Mega unnötig.“ Okay, denke ich mir, er ist wohl noch nicht ganz ausgeschlafen. Doch irgendwie kann ich bei niemandem so richtige Begeisterung für das Gerät schüren.

„Ich hab' doch mein Tablet, und ich hab mein Handy. Wieso brauch' ich beides in einem“, so die zweite Kollegin, die ich frage.

Sofort erinnere ich mich daran, wie mein Vater mich vor meinem 15. Geburtstag fragte, ob ich denn wirklich ein Smartphone bräuchte, ich hätte doch mein Telefon und einen heiß geliebten iPod Nano – ein Smartphone sei doch nichts anderes. Und jetzt ist er derjenige, der mit einer App auf seinem Smartphone die Wände seiner Wohnung ausmisst. Wozu eigentlich? Er hat doch sein Handy und ein Messband! Wieso braucht er beides in einem?

Weil es so verdammt praktisch ist.

Deswegen. Das Handy als digitales Taschenmesser hat die Welt erobert, darüber muss man eigentlich nicht mehr reden. Gerade deshalb kann mir niemand ins Wort fallen, wenn ich von dem faltbaren Super-Handy schwärme.

Mir fallen spontan drei praktische Alltagssituationen ein, in denen ich das faltbare Handy benutzen würde.

1. Redaktionssitzung

Für die Themenrecherche durch mein Handy tippen, es dann aufklappen und auf dem – jetzt! – Tablet meine Ideen aufschreiben.

2. Unterwegs beim Social-Media-Scrollen

Den Newsfeed abchecken und dann beim nächsten interessanten Artikel das Handy aufklappen und in Buchgröße lesen.

3. Taschenraum sparen

Zuhause die letzten zwei Sätze vom Artikel nicht mehr geschafft – kein Problem, einfach Tablet zusammenklappen und als Handy im allzeit-bereiten Brustbeutel mitnehmen – und in der U-Bahn wieder aufklappen.

Und das waren alles nur Situationen, die mir innerhalb der letzten Stunde passieren hätten können. Was passiert erst, wenn wir das Falt-Handy für ein paar Tage, Wochen, Monate benutzen?!

Ich sehe vor uns in der Zukunft: die Invasion der faltbaren Handys. Und ich liebe es.

Quelle: Noizz.de