Datenschützer, US-Politiker und User sind alarmiert.

Drake hat es getan, die Jonas Brothers auch und Popstar Charlie XCX: Aktuell wird dein Feed auf Instagram wahrscheinlich mit Fotos geflutet, auf denen sich Leute wie du und ich, aber auch Superstars zu Omis und Opis photoshoppen.

"FaceApp" gibt es an sich aber schon länger. 2017 entstand erstmals international ein Hype um die App, durch die man sich mit wenigen Klicks jünger und hübscher machen, oder Frisuren und Make-up in Fotos ausprobieren kann. Und sich jetzt eben in wenigen Sekunden um Jahrzehnte gealtert sehen kann. Damals folgte schnell Kritik am Datenschutz – und auch heute folgt auf den Hype die Panik.

"FaceApp" wurde vom russischen Online-Konzern Wireless-Lab entwickelt. Wer die App nutzen will, muss uneingeschränkten Zugriff auf ihre persönlichen Fotos und Daten gewähren. Dadurch könnten die Bilder – im schlimmsten Fall – künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer benutzt würden. Greift "FaceApp" auf die Bilddatenbank zu und zieht sich auch private Fotos? Wie sieht es aus mit Screenshots vertraulicher Daten, wie zum Beispiel Kontoverbindungen? Beweise für derartigen Datenmissbrauch gibt es bislang nicht.

Trotzdem fordert der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, jetzt das FBI zu einer Untersuchung der App auf. Die von Russland betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko, sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Brief:

"Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist", schrieb Schumer weiter. Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahe stehenden Stellen gelangten. Der russische App-Anbieter betont, dass jeweils nur die von Nutzern ausgewählten Fotos hochgeladen würden.

Dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Russland habe, werfe die Frage auf, ob Daten von US-Bürgern an Dritte oder möglicherweise an ausländische Regierungen weitergegeben würden, schreibt Schumer. Wie das Magazin "Forbes" berichtet, landen die Fotos allerdings nicht auf Servern in Russland, sondern auf Servern von Amazon und Google in den USA. Dass die Daten dennoch in Russland ausgewertet werden könnten, sei damit jedoch nicht ausgeschlossen.

Auch sei es unklar, wie viel Zugriff FaceApp-Mitarbeiter auf die hochgeladenen Bilder hätten, schreibt "Forbes". FaceApp-Gründer Jaroslaw Gontscharow betonte dem Magazin gegenüber, dass die meisten Bilder innerhalb von 48 Stunden nach dem Upload von den Servern wieder gelöscht würden. Nutzer könnten das automatische Löschen auch in den Einstellungen wählen. Gontscharow betonte zudem, dass sein Unternehmen Nutzerdaten weder verkaufe, noch an Dritte weitergebe.

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Quelle: NOIZZ-Redaktion