Bye Bye Böller! Wir werden dich nicht vermissen.

Silvester und Böllern gehören zusammen wie der Wendler und seine Lauraaber es ist eben nicht alles gut, was bummst. Tatsächlich gibt es, wenn man sich näher damit beschäftigt, sehr viel weniger Gutes als ziemlich Beschissenes an der Silvester-Knallerei. Das glaubst du nicht? Kein Problem, in diesem Artikel lassen wir die Tatsachen für sich sprechen. Hier sind acht Fakten, die deine Meinung über Silvester komplett verändern werden.

#1 Böller sind ein Geldgrab

Die Deutschen geben jährlich zwischen 100 und 200 Millionen Euro für die Silvester-Böllerei aus. Eine beachtliche Summe, vor allem wenn man bedenkt, dass die Böller nur wenige Tage erhältlich sind und wiederum in nur wenigen Stunden verbraucht werden. Nach Schätzungen des Verbands der pyrotechnischen Industrie werden die Deutschen in diesem Jahr voraussichtlich rund 133 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgeben – genau so viel wie 2018. Das Geld könnte an anderen Stellen so einiges bewegen.

#2 Feinstaub in der Lunge? Nein, danke

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe verursacht die Silvester-Böllerei so viel Feinstaub wie 16 Prozent der jährlich vom Straßenverkehr ausgestoßenen Menge. In den wenigen Stunden Feuerwerk werden demnach etwa 5.000 Tonnen giftigen Feinstaubs freigesetzt. In der ersten Stunde des neuen Jahres kommt es in Städten und Ballungsgebieten nicht selten zu Werten von über 1.000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Jahresmittelwert von 20 Mikrogramm. Uff.

#3 Einen Chemiecocktail in die Luft schießen und verbrennen? Vielleicht keine gute Idee

Feuerwerkskörper enthalten eine Menge gesundheitsschädlicher Substanzen. Besonders gefährliche Stoffe wie Blei, Quecksilber oder roter Phosphor sind mittlerweile zwar verboten, Inhaltsstoffe wie Strontium- und Bariumnitrat, sowie Kupfersalze und Chlorverbindungen sind aber nach wie vor gängig in Feuerwerkskörpern und ebenfalls problematisch. Auch Bestandteile wie Aluminium und PVC sind keine Seltenheit. Brisant: Welche Folgen und Risiken die Böller mit sich bringen, ist kaum erforscht.

Außerdem: Was in die Luft geschossen wird, muss zwangsweise irgendwann auch wieder nach unten kommen – und da sorgt es nicht gerade für begrüßenswerte Folgen: Die Überbleibsel und Schadstoffe der Böller landen in Boden und Gewässern.

#4 Ich möchte lieber lebend und mit allen Gliedmaßen ins neue Jahr

Jedes Jahr aufs Neue verlieren Menschen Finger, Hände und ganze Gliedmaßen durch die Böllerei. Immer wieder gibt es auch Todesfälle. Konkrete Statistiken gibt es dazu für Deutschland zwar nicht, ausreichend Beispiele dafür aber unzählige. Zuletzt kamen Silvester 2017 zwei junge Männer in Brandenburg durch Böller ums Leben.

Übliche Verletzungen sind neben Verbrennungen, vor allem Verletzungen an Augen und Ohren. Beispielsweise erleiden jedes Jahr rund 8.000 Menschen an Silvester Innenohr-Verletzungen. Der leitende Oberarzt am Virchow-Klinikum der Berliner Charité, Tobias Lindner, hat sich bereits im letzten Jahr für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern an Laien ausgesprochen.

#5 Hören und atmen gefällt mir eigentlich auch ganz gut

Beißender Geruch und dicke Rauchwolken – wer Silvester ohne erkennbare Verletzungen übersteht, ist leider dennoch nicht von den gesundheitsschädlichen Folgen ausgenommen: Der Feinstaub, der durch die Feuerwerkskörper freigesetzt wird, setzt sich auf der Haut und über den Atem in der Lunge ab. Das kann von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege bis hin zu dauerhaften Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Insbesondere bei Asthmatikern kann die Schadstoffbelastung zu einem erhöhten Medikamentenbedarf führen. Zudem werden durch das Abbrennen der Böller teils krebserregende Stoffe freigesetzt. Grelles Licht und enorme Lärmbelastung können außerdem Gehörschäden, Kreislaufstörungen, Bluthochdruck sowie auch Magen- und Darmprobleme auslösen.

Vielerorts führt die Knallerei auch zu Bränden – das ist nicht nur gefährlich, sondern gibt auch der Feuerwehr alle Hände voll zu tun.

#6 Ausnahmslos alle Tiere hassen Silvester

Wer Haustiere hat, weiß wie schlimm die Böller-Nacht für Hund, Katze, Wellensittich und Co. ist. Gerade für die Kleinsten können die grellen Blitze, dicke Luft und ohrenbetäubender Lärm zur tödlichen Belastung werden: Erst vor Kurzem ist ein Welpe nahe Manchester an einem Feuerwerk gestorben. Die 18 Wochen alte Baby-Hündin erschrecke sich so sehr, dass sie einen tödlichen Herzinfarkt erlitt.

Auch Wildtiere werden durch die Knallerei in Panik versetzt. Der Umweltschutzorganisation NABU fordert deshalb: Hört auf mit dem Böllern auf Parks und Grünflächen! Viele der Tiere verlassen aufgrund der Feuerwerke fluchtartig die Stadt, flüchten in ungewöhnliche Höhen, verlieren die Orientierung. Zudem fällt Silvester in die Ruhezeit der Tiere. Ihr Rast-, Schlaf-, Brut- und Überwinterungsverhalten wird gestört. Der Stress kostet ihnen wichtige Energiereserven – lebensbedrohlich!

>> Diese Petition will Silvester-Feuerwerk in Sydney nach Koala-Sterben verhindern

#7 Fridays-For-Future? Wie wäre es mit Fridays-Gegen-Silvester

Silvester 2018 in Stuttgart – und es geht noch viel schlimmer.

Rund 10.000 Tonnen Feuerwerkskörper werden an Silvester in Deutschland jedes Jahr in die Luft gejagt. Die Überreste sorgen alleine in Berlin für mehr als 300 Tonnen Abfall. Alleine in den fünf größten deutschen Städten fallen jedes Jahr zusammen rund 191 Tonnen Silvesterabfall an. Das war noch nicht alles: Denn die Böller selbst sind meist mit ordentlich Plastik verpackt. Insbesondere die beliebten Mix-Pakete sorgen dank einzelner Verpackungen für beachtliche Mengen Müll.

#8 Kinderhände in der hochgefährlichen Herstellung der Böller sind keine Seltenheit

Schon einmal gecheckt, wo und von wem die Böller eigentlich hergestellt werden? Die Hauptproduzenten von Feuerwerkskörper sind nämlich China und Indien. Damit haben die Knallkörper nicht nur einen gehörigen ökologischen Fußabdruck, auch die laxen gesetzlichen Umwelt- und Arbeitsbestimmungen vor Ort sorgen für Bedenken. Erst im vergangenen September wurden bei einer schweren Explosion in einer Böllerfabrik in Indien mindestens 21 Menschen getötet und mindestens 17 weitere verletzt. Nach Angaben der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" sind 20 Prozent der Arbeiter der größten Feuerwerkskörperproduktion im indischen Sivakasi Kinder – die Hälfte unter 14 Jahren.

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Quelle: Noizz.de