Was wir als normal empfinden, hat in der Regel mit unserer Erziehung zu tun, mit der Umgebung, in der wir aufgewachsen sind.

Normalität ist aber keinesfalls statisch, sondern ändert sich in dem Maße, in dem sich unser Horizont erweitert: Noch vor 50 Jahren waren Urlaubsreisen ein Luxus für wenige, heute sind sie ein Massenphänomen. Normal ist immer auch ein Stück weit Mode: Sneakers, wie der klassische Chuck Taylor All Star von Converse, wurden eigentlich für den Basketballplatz entwickelt. Stars wie James Dean haben sie dann zum Symbol einer rebellischen Jugend gemacht, heute sind sie heißbegehrte It-Pieces und Stammgast auf roten Teppichen – in Kombi mit Smoking und Ballkleid. Normal. Unkonventionell. Alles eine Frage des Standpunktes und der Zeit.

Wir trafen Strify (31) und Lele Berlin (23), die deutschen Stars der neuen Converse-Kampagne, zum exklusiven Video-Interview, um mit den beiden Influencern über Trends, Rückschläge und Selbstliebe als Hauptzutat für ein glückliches Leben zu sprechen – und falls ihr euch fragt, warum die beiden auf der Couch kuscheln anstatt sich an die Social Distancing-Regeln zu halten: Das Shooting hat bereits vor Corona stattgefunden.

Die Probleme beginnen schon im Kinderzimmer

Sieht man Strify, sieht man auch ein Produkt des aktuellen Zeitgeists. Zumindest in Berlin hauen geschminkte Männer niemanden mehr aus den Latschen. Doch für den ehemaligen Frontman der Visual-Kei-Band "Cinema Bizarre" war das Leben nicht immer so frei und entspannt. Geboren im beschaulichen Villingen-Schwenningen, war für Strify das Leben nie normal. Denn die Definition von normal sein basiert in unserer Gesellschaft leider nicht auf Werten wie Nächstenliebe und Akzeptanz, sondern immer noch auf Oberflächlichkeit und Schubladendenken.

Alles was nicht in unser augenblickliches Weltbild passt, ist automatisch anders. Im Gespräch mit dem 31-Jährigen merkt man, dass selbst er immer wieder zwischen den Welten hin und her springt; mit der Utopie und der realen Welt einen wilden, eng verwobenen Tango tanzt. Mal sieht er sich als Paradiesvogel, mal predigt er Normalität, die auf ehrlicher Liebe und Respekt basieren sollte.

Es ist keine Inkonsequenz, sondern schlichtweg die scheinbar unlösbare Aufgabe, die sein Leben schon als Kind prägte. Die innere Stimme auf der einen und die Erwartungen der Gesellschaft auf der anderen Seite – starke Gegensätze, mit den Strify zu kämpfen hatte.

Manchmal hat der Influencer das Gefühl, durch seine bloße Existenz Konventionen zu brechen: "Schon als Kind wollte ich mir nicht vorschreiben lassen, wer ich sein muss und wie ich mich zu verhalten habe – vor allem in Bezug auf Geschlechterrollen. Als ich klein war, habe ich gern mit Puppen und mit Autos gespielt. Mir war das egal, aber mein Vater war total dagegen – er war quasi mein erster Hater – ich musste lernen, mich durchzusetzen, und das ist auch heute noch so."

Nur gut aussehen liket mir nicht!

Auch Lele hatte während der Schulzeit mit verstaubten Rollenmustern zu kämpfen. Ihr alter Chemie-Lehrer gab ihr zum Abschluss mit auf den Weg: "Ach Lea, du heiratest ja sowieso irgendwann mal reich." Ein Satz, der haften blieb.

Lea ist Model und Bloggerin - besser bekannt als Lele Berlin

Nach ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin ist sie nun erfolgreich als Influencerin und Model. Ihr Resume in Richtung ihres ehemaligen Chemie-Lehrers: "I’m working on the rich thing." Natürlich mit einem Augenzwinkern. Die Nachricht aber ist deutlich: In Leles Welt haben verstaubte Rollenmuster keinen Platz!

So unterschiedlich Strify und Lele wirken, so ähnlich ist ihr Anliegen: Eine Inspiration für alle Menschen zu sein, die sich selbst suchen – als personifizierter Mittelfinger für alle Klischeedenker!

Die Vergangenheit lehrt uns die Zukunft

Dabei könnte es doch so einfach sein: Blickt man zurück, stellt man oft fest, dass aktuelle Probleme oft schon in der Vergangenheit existiert haben. Lele interessierte sich daher besonders für Geschichte: "Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass nur wenige Meter von mir entfernt früher Dietrich Bonhoeffer gelebt hat." Der Theologe war im aktiven Widerstand gegen das Nazi-Regime, hat trotz Unterdrückung für die Freiheit gekämpft – eine große Inspiration für Lele und ihre kreative Arbeit.

Du musst einfach dich selber so sehr lieben, dass niemand anderer dein Herz brechen kann. Lele

Inspiration als Rettungsanker

Menschen brauchen Inspiration, um Wünsche wahr werden zu lassen. Gerade Strify suchte als Teenager nach Vorbildern. Ikonen wie David Bowie lebten genau das vor, was sich Strify schon als Junge wünschte: Freiheit im Kopf. Einmal mal mehr wird klar, dass Strify kein gewöhnlicher Blogger ist. Er lebt Freiheit und inspiriert damit seine Fans, so wie einst David Bowie ihn inspirierte.

Ich habe diese kindliche Naivität beibehalten und mir ist egal, ob irgendwo Mann oder Frau draufsteht. Wenn ich etwas tragen möchte, mache ich das einfach. Strify

Seien wir mal ehrlich: In einer perfekten Welt wäre Strify kein Paradiesvogel. Er wäre ein Mensch, der durch sein Wärme und Kreativität auffällt. Er würde auf der Straße keine schneidenden Blicke spüren, weil er es wagt, einen Bart und Make-up zu tragen. Lele wäre immer fair bewertet worden und müsste sich nicht gegen alte Rollenmuster wehren.

Doch die Welt ist nicht perfekt. Das ist für beide aber nicht nur Fluch, sondern auch Segen. Ihre Message hat vor allem wegen der harten Realität so eine große Bedeutung. Sie brechen Konventionen, um Freiheit zu erlangen – für sich und alle, die bereit sind, mit ihnen zusammen über den Tellerrand zu blicken.

Warum ein Sneaker zum Statement wird …

"Twist what you know to create what you don’t" – der neue Kampagnen-Claim von Converse – passt perfekt zu den Themen, die beide Influencer bewegen: Gesellschaftliche Erwartung brechen, um etwas Neues, Schöneres zu erschaffen. Es ist die Aufforderung zur romantischen Rebellion. Am Ende liegt es am Träger die Message in die Welt zu bringen – so weit die Füße tragen …

Quelle: Axel Springer Brand Studio