Warum niemand die neue Tinder-Funktion von Facebook braucht

Lukas Dombrowski

Sport, Sprachen, Speisen
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Bei „Entdecke Personen” kann sich jeder präsentieren, wie er möchte Foto: privat / Facebook-App/Screenshot

„Entdecke Personen” wirft eigentlich nur Fragen auf.

Versteckt in der Liste der Funktionen, zwischen „Geräteanfragen” und „WLAN finden”, hat Facebook sein neuestes Feature versteckt. Es heißt „Entdecke Personen” (engl. „Discover People”) und ist eine Mischung aus den bisherigen Freunde-Vorschlägen und Tinder.

Ziel ist es, dass sich über Facebook Menschen finden, die gleiche Interessen oder Verhaltensmuster haben, aber noch nicht befreundet sind. Ausgangspunkte dafür sind der gleiche Wohnnort, die gleichen Facebook-Gruppen oder der gleiche Arbeitgeber.

„Entdecke Personen” in der Liste der Funktionen Foto: privat / Facebook-App/Screenshot

Steckbrief und Foto-Auswahl wie bei Tinder

Für einen Facebook-Angriff auf die Dating-App Tinder sprechen der sogenannte Steckbrief und die Lieblingsfotos. Beim Steckbrief können sich Nutzer in genau 101 Zeichen selbst beschreiben und bei den Fotos sollen sie die fünf Fotos aussuchen, die sie am liebsten von sich zeigen.

Das ist übrigens ein Foto-Slot weniger als bei Tinder. Dazu erinnert das Fenster „Entdecke Personen, die in Berlin wohnen” sehr an herkömmliche Dating-Apps.

So sieht ein noch nicht gefüllter Steckbrief aus Foto: privat / Facebook-App/Screenshot

Die ersten Stimmen zur neuen Funktion fallen unterschiedlich aus. Für „The Next Web” kann es helfen, „zwischen Fremden das Eis zu brechen". Für die „Sun” ist es einfach nur „creepy”.

Auch Menschen ohne Gemeinsamkeiten werden vorgeschlagen

Fakt ist, dass die Funktion noch nicht ganz ausgereift ist. Teilweise werden schon bestehende Freundschaften angezeigt, auch mit sehr engen Facebook-Freunden.

Allgemein sind die Vorschläge durchmischt. Mal sind es Menschen mit mehr, mal mit weniger Gemeinsamkeiten zu einem selbst. (Die Gemeinsamkeiten werden gemeinsam mit den Freundschaftsvorschlägen angezeigt, sogar gemeinsame Page-Likes.) Warum einem allerdings auch Profile komplett ohne Gemeinsamkeiten dabei sind, bleibt unklar.

Facebook möchte noch mehr Menschen per Smartphone zusammenführen Foto: Clem Onojeghuo / Unsplash.com CC0

Die größte Frage ist jedoch: Wie stellt sich Facebook das reale Kennenlernen vor? Wie awkward muss es sein, Menschen auf der Grundlage von „Entdecke Personen” anzusprechen? Sei es via Faceook oder bei einer Party, bei der man möglicherweise schon vorher die Gäste gescannt hat.

Welche subtilen Techniken muss man anwenden, um jemanden, den man anspricht, nicht merken zu lassen, dass man ihn mit dieser neuen Funktion gefunden hat?

Fazit: Im aktuellen Stadium kommt „Entdecke Personen” eher als Stalking-Tool daher und nicht als Alternative zu Tinder & Co.

Info: Das Feature ist gerade erst gestartet worden und noch nicht für jeden und auf jedem Gerät verfügbar.

Quelle: Noizz.de

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