Keine Versuche mehr an Affen beim Max-Planck-Institut

Teilen
29
Twittern
Diesem Affen wurde in dem Institut ein Implantat eingesetzt Foto: Marijan Murat / dpa picture alliance

Endlich keine Versuche an Affen mehr, aber wo bleiben die Tiere?

Das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (MPIBK) in Tübingen forscht nach anhaltender Kritik von Tierschützern nicht mehr mit Affen. „Wir bestätigen, dass die Affenversuche endgültig beendet sind und wir keine Affen mehr haben“, teilte die Sprecherin des Instituts mit.

Historischer Erfolg

Der Vorsitzende des Vereins Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, bezeichnete das Ende der Affenversuche als historischen Erfolg in der Tierschutzbewegung Deutschlands. Der Verein hatte die Zustände im Affenversuchs-Labor des MPIBK durch einen verdeckten Rechercheur gefilmt und im Sommer 2014 öffentlich gemacht.

Wo sind die Affen?

Der letzte Versuch wurde mit zwei Affen durchgeführt, wie das Regierungspräsidium Tübingen als Genehmigungsbehörde mitteilte. Das Institut soll maximal neun weitere Affen gehalten haben (Stand Anfang April), wovon fünf laut Behörde an wissenschaftliche Einrichtungen im europäischen Ausland gebracht werden sollten. Das Max-Planck-Institut wollte sich auf Anfrage nicht zum Verbleib der Affen äußern. Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte: „Sie wurden an europäische Einrichtungen verschachert, wo sie mit Sicherheit für weitere Versuche ‚genutzt‘ werden.“

Debatte in Tübingen

Die Sprecherin der Max-Planck-Gesellschaft in München, Christina Beck, kritisierte die emotionalisierte Debatte in Tübingen. Sie forderte von den Tierschützern Bereitschaft zum Dialog und Kompromiss. Versuche mit Tieren in relativ kleiner Zahl seien aus Sicht der Max-Planck-Gesellschaft legitim, wenn sie etwa Mediziner in die Lage versetzen, menschliches Leid zu verhindern. Die Grundlagenforschung bringe zwar kein Medikament hervor, aber Erkenntnisse über Funktionsweisen des Körpers und des Gehirns, die etwa die Krebstherapie revolutioniert hätten.

Ermittlungen gegen Mitarbeiter des MPIBK

Wenn es in Tübingen tatsächlich Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegeben haben sollte, müsse die Wissenschaft selbstkritisch sein, sagte Beck. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Tübingen gegen Mitarbeiter des MPIBK sind nach Angaben der Behörde jedoch noch nicht abgeschlossen.

Quelle: Noizz.de

Kommentare anzeigen

Auch spannend

Mehr