Es gibt Tage, an denen alles schiefgeht – wirklich alles

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Das Brot landet immer auf der Marmeladenseite Foto: Flickr.com/CC César Santiago Molina / Noizz.de

Heute ist so einer ...

Ich stehe in einer ranzigen U-Bahn und verfluche Murphy. Gerade sind Kontrolleure eingestiegen und haben den Klassiker-Satz gesagt: „Die Fahrscheine, bitte.“ Normalerweise löst das bei mir kein Unbehagen aus, eher Langeweile: Schon wieder eine Kontrolle.

Schon wieder den Geldbeutel rausholen, das Ticket rausfischen, den grimmigen, konzentrierten Blick eines Mannes aushalten, der aussieht, als käme er direkt aus dem Knast. Ich fahre nie schwarz. Außer heute.

Heute ist ein Scheißtag.

Es fing damit an, dass ich die halbe Nacht wach lag, Schlaflosigkeit. Irgendwann schlief ich doch ein – und wachte viel zu spät auf. Dann fiel die Straßenbahn aus. Dann ließ die U-Bahn auf sich warten. Und jetzt? Stehe ich ohne Ticket vor den Kontrolleuren, weil ich vergessen habe, dass ein neuer Monat angefangen hat.

„Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen“

Ich bin Opfer von Murphys Gesetz geworden: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“ Diese Feststellung geht auf Edward Murphy zurück, einen Captain der US-Luftwaffe. Der soll 1949 für ein Experiment verantwortlich gewesen sein, bei dem sämtliche Test-Sensoren versagten. Später wurde das Gesetz oft auf das berühmte Toastbrot bezogen, das immer mit der Marmeladenseite auf den Boden fällt. Wirklich immer.

Die U-Bahn hält – exakt eine Station vor meinem Ziel. Ich muss trotzdem aussteigen, damit die Kontrolleure meine Daten aufnehmen können. Ich gebe ihnen meinen Perso und schaue zu, wie sie meinen Namen, meine Adresse und Gott-weiß-was in ein Gerät speichern.

Murphys Gesetz ist Naturrecht

Dass an so einem Tag alles schiefgeht, was schiefgehen kann, ist keine Lebensweisheit. Es ist Naturrecht. Ich kann schon jetzt davon ausgehen, dass ich heute von einer Katastrophe in die nächste tappen werde. Wahrscheinlich trete ich gleich in Hundescheiße, stehe im Büro vor einer kaputten Kaffeemaschine und kriege vom Mittagessen eine Lebensmittelvergiftung.

Wissenschaftler halten Murphys Gesetz für Quatsch. Sie sagen, bestimmte Dinge passieren die ganze Zeit – aber wenn sie uns stören, nehmen wir sie besonders stark wahr. Ich frage mich, ob das stimmt, zumindest an Tagen wie heute.

Ich habe meinen Schirm vergessen

Die Kontrolleure haben meine Daten und ich ein neues Ticket. Nur meinen Schirm habe ich nicht, den habe ich zu Hause vergessen. Ich nehme das Handy und öffne die Wetter-App.

Es ist Regen gemeldet.

Quelle: Noizz.de

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