Warum mich Halloween ankotzt und was wir wirklich feiern sollten

Kim-Lisa Halwas

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Was feiern wir an Halloween eigentlich genau? Foto: Danny Lawson / dpa picture alliance

Deswegen haben wir am 31. Oktober eigentlich frei

Es ist doch so: Als Kind ist es wirklich witzig, sich zu verkleiden. Ich mein, wer hat das nicht gern gemacht? Doch jedes Jahr aufs Neue stelle ich mit Erschrecken fest, dass sich immer mehr erwachsene Menschen in niedliche, alberne oder total gruselige Kostümchen schmeißen und sich dazu bemalen.

Doch nicht nur das Kostümieren ist mir fremd, sondern auch den restlichen Konsum-Hype um Halloween finde ich bedenklich. Alles wird gruselig dekoriert, es gibt die ausgefallensten Rezepte und die schrägsten Partys. Und was wird genau gefeiert? Tja, gute Frage!

Es hat einen Grund, warum wir alle dieses Jahr am 31. Oktober frei haben. Denn dieses Jahr findet der 500. Jahrestag der Reformation statt. Dieser Tag ist auf den ersten Blick für die meisten noch fremder, als sich dreißigmal „ES“ anzuschauen. Doch wenn wir nur kurz über diesen Tag nachdenken, fällt uns auf, wie viel er mit dem Jetzt zu tun.

Denn das Jubiläum erinnert daran, dass Martin Luther den Mut hatte, sich gegen den Papst und gegen die Ausbeutung der Gläubigen einzusetzen. Um sich seinen Petersdom zu finanzieren, ließ Papst Leo X. Christen Ablassbriefe verkaufen. Mit diesen Briefen konnten sie sich von ihren Sünden freikaufen. Das war natürlich totaler Blödsinn.

Der Ablasshandel veranlasste Martin Luther dazu, am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche Wittenberg zu hämmern. Er lehnte sich gegen die katholische Kirche und sogar gegen den Papst auf. Es wurde eine Lawine an Ereignissen losgetreten, die bis zur besagten Reformation führte – die Spaltung der Kirche!

Vielleicht hätte es auch später in der Geschichte eine derartige Auflehnung gegeben. Doch dass Menschen damals anders glauben durften, selbst die Möglichkeit hatten, die Bibel zu lesen ohne lateinisch zu können, war für die damalige Zeit ein Stück Freiheit.

Was das jetzt mit heute, dem 21. Jahrhundert zu tun hat? Wir sind uns unserer Freiheiten und der Möglichkeit, denken und glauben zu können was wir möchten, meistens nicht bewusst. Für viele ist es eine Selbstverständlichkeit, so zu leben und alles frei entscheiden zu können.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Reformation einen erheblichen, wenn nicht gar den ersten Beitrag dazu geleistet hat!

Quelle: Noizz.de

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