Mehr Todesurteile, aber weniger Hinrichtungen

Henry Donovan

People and Politics
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Auf so einer Liege wird die Giftspritze verabreicht
Auf so einer Liege wird die Giftspritze verabreicht Foto: EPA Paul Buck / dpa picture alliance

Die Anzahl der Hinrichtungen in 2016 ist weltweit im Verhältnis zum Vorjahr um 37% gesunken.

Demo gegen Todesstrafe im Iran Foto: dpa Maurizio Gambarini / dpa picture alliance

Laut dem Bericht von Amnesty International wurden mindestens 1.032 Menschen im letzten Jahr exekutiert. In 2015 waren es noch 1.634.

USA nicht mehr in den Top 5

Zum ersten Mal seit 2006 sind die USA nicht unter den ersten fünf Ländern des Rankings. Sie verzeichnen die niedrigste Hinrichtungsrate seit 1991, was jedoch nicht von einem bevorstehenden Skandal ablenken kann. Amnesty sei „zutiefst beunruhigt“ über die enorme Anzahl an geplanten Hinrichtungen in den kommenden Monaten.

Die Top fünf der meisten Hinrichtungen

1.    China: +1.000

2.    Iran: 567

3.    Saudi-Arabien: 154

4.    Irak: 88

5.    Pakistan: 87

China ist wieder einmal absoluter Spitzenreiter, wenn es um Hinrichtungen geht. Die Zahlen sind geschätzt, da die Regierung sie verschlossen hält.

Amnesty geht davon aus, dass China mehr Menschen exekutiert hat, als der gesamte Rest der Länder mit Todesstrafe zusammen.

Sieben Hinrichtungen in zehn Tagen

Im US-Staat Arkansas, sollen im April noch in zehn Tagen, sieben Häftlinge hingerichtet werden. Aber wieso steht diese „Fließband-Hinrichtung“ jetzt an? Der Grund ist ein ganz makaberer und verdeutlicht die Sinnlosigkeit hinter der Todesstrafe: Das Gift Midazolam, das für die Todesspritze benutzt wird, läuft am 30. April ab. Man wolle es nicht verschwenden.

Umstrittene Giftspritze

Die Giftspritze steht sowieso seit langem in der Kritik. Die richtige Dosis ist häufig sehr schwer herauszufinden. In 2014 wurde Clayton Lockett mit eben dieser Art hingerichtet. Sein Körper verkrampfte, er kämpfte gegen das Gift an. Nach einem 43-minütigen, scheußlichen Todeskampf, gab sein Herz auf. Nun erwartet sieben zum Tode verurteilten Männern das gleiche Schicksal.

Quelle: Noizz.de

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