Ein Pro und Contra zur umweltschonenden Idee.

Verpackungsmüll aus Plastik ist ein echtes Problem. Immerhin produziert jeder von uns laut dem deutschen Umwelt Bundesamt fast 25 Kilo Plastikmüll in nur einem Jahr. Und der landet zum Teil sogar in den Weltmeeren und verursacht so drastische Schäden für unsere gesamte Umwelt. Umso dringender, dass wir etwas ändern.

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Verzicht auf Plastik liegt also im Trend. Nun zieht sogar der Discounter Aldi nach. Ab April sollen die Salatgurken in allen Filialen ohne Plastikumhüllung verkauft werden – dadurch spare man bis zu 120 Tonnen Kunststoff im Jahr ein, so Kristina Bell, die bei Aldi Süd für das Qualitätswesen und die Corporate Responsibility, also Nachhaltigkeit, verantwortlich ist. Sogar die importierten Gurken aus Spanien sollen auf die transparente Ummantelung in Zukunft verzichten.

Der Qualität der Ware tue das keinen Abbruch und auch die Haltbarkeit werde nicht beeinträchtigt, sagt der Konzern. In Zukunft werden die Transportmechanismen etwas geändert, damit den Gurken nichts passiere.

Stimmt das wirklich? Wir haben mal einen Blick auf die Gurkenfrage geworfen.

Fest steht: Wir lieben Gurken. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist die Gurke nach Tomate und Karotte das dritt beliebteste Gemüse. Wir verputzen im Jahr etwa 6,5 Kilogramm davon, das sind etwas mehr als 16 Gurken. Nun stellt euch mal vor, jede von denen ist in Plastik verpackt. Ganz schön viel Müll oder?

Also ist es doch gut, dass ein großer Discounter wie Aldi auf die eigentlich unnötige Ummantelung verzichtet. An sich ist die Gurke ein eher empfindliches Gemüse. Eine normale Standardsalatgurke besteht zu 96 Prozent aus Wasser. Stöße und Hitze sind deswegen eher scheiße, denn dann wird die Gurke schrumpelig und eklig. Zum Glück hat die Gurke die dunkelgrüne Schale, die wenigstens ein bisschen Polsterung bietet.

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Genau aus dem Grund gibt es eben in vielen Supermärkten den Plastikschutz on top. Das kommt bei den Verbrauchern nicht so gut an. Auch Aldi hat in seinem Pressestatement zu der Änderung mitgeteilt, dass der Schritt auch auf Kundenwunsch hin passierte. Viele Forscher verteidigen die Plastikhülle aber und sagen, dass man zumindest auf natürlich absetzbare Plastiksorten aus Zuckerrübe setzen könne.

Denn: Eine verpackte Gurke halte etwa drei Tage länger, sagen die Plastik-Liebhaber. Ja, okay könnte man jetzt argumentieren, dann müssen wir eben schneller konsumieren und vielleicht kleinere Gurken züchten. Aber ganz so einfach ist das nicht.

Werden Gurken geerntet, haben sie noch eine aktive Zellatmung. Werden sie tagelang transportiert, verdunstet ganz normal Wasser. Die Folge ist, dass die Gurken so oder so etwas schwabbelig bei uns in den Supermarktregalen landen. Und wer von uns will schon verschwabbelte Gurken kaufen? Eben.

Es könnte also sein, dass durch die Schwabbel-Gurken noch mehr Lebensmittel verschwendet werden. Gut, diesem Problem könne man entgegenwirken, in dem man einfach weniger Gurken und vor allem regionale Gurken im Laden verkauft. Aber so einfach lässt sich das wohl nicht umsetzen oder nur mit großer Umgewöhnung.

Auf der anderen Seite sagen Experte auch, dass Discounter wie Aldi oder Lidl die Ware so schnell verkaufen, dass zumindest Salatgurken dort niemals schrumpelnd vor sich hin vegetieren. Na dann …

Quelle: Noizz.de