Warum der Hamburger SV in der Bundesliga bleiben muss

Henry Donovan

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Muskeln zeigen im Abstiegskampf für den HSV Foto: Jan Woitas / dpa picture alliance

HSV-Fan zu sein, ist ein einziges Leiden ...

Was von vielen als Masochismus bezeichnet wird, ist für Fans des Bundesliga-Urgesteins Alltag. HSV-Fan zu sein, heißt, Niederlagen und Enttäuschungen als Normalfall hinzunehmen.

Wenn man es versucht, positiv zu sehen, kann man jede Saison, in der wir nicht abgestiegen sind, krass feiern und als Erfolg betrachten.

Und ich finde, das muss so bleiben. Soll heißen: Der HSV muss unbedingt erstklassig bleiben – komme was wolle. Und das wird er auch.

1. Keiner macht den Abstiegskampf so spannend

Marcelo Diaz (r.) rettete den HSV 2015 Foto: Valeria Witters / Witters Sportpresse

2014 waren wir das erste Mal in der Relegation. Nach einer (mal wieder) völlig beschissenen Saison, hätten wir es sehr verdient gehabt, abzusteigen.

Zum Glück waren der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig noch schlechter als der HSV. Wenn man so richtig überlegt, lag es nie am HSV selbst, dass wir uns auf die Relegationsränge gerettet haben – immer waren daran andere schuld. Zum Glück.

In der Relegation haben wir uns dann haarscharf gegen die motivierte Truppe der SpVgg Greuther Fürth gerettet. Es war ein extrem spannendes zweites Spiel, das 1:1 ausging. Der HSV hatte überlebt. Durch das Auswärtstor war die Rettung perfekt – und es blieb bis zuletzt ultra spannend.

Ein Jahr später, 2015, gleiches Ding. In der Relegation ging es gegen Karlsruhe. Das Hinspiel in Hamburg endete 1:1, das Rückspiel ging mit 1:1 in die Verlängerung.

Marcelo Diaz, bis dato nicht besonders gut, trat zum Freistoß an, schubste Rafael van der Vaart zur Seite und versenkte zum 2:1. Sieg. Nach Verlängerung. Gänsehaut pur.

2. Hamburg ist die geilste Stadt Deutschlands

Die wunderschöne Speicherstadt Foto: Thomas Wensing / flickr

Dieser Punkt ist sehr persönlich und höchst umstritten. Aber er beruht durchaus auch auf Fakten:

  • Die Stadt ist einfach erstklassig und hat eine extrem hohe LebensqualitätDer FC St. Pauli ist und bleibt eine zweitliga Mannschaft und der HSV eben eine erstklassige
  • Für die Auswärtsfans ist es doch einfach nur geil, dass sie in diese Traumstadt fahren dürfen
  • Es ist extrem grün dort, eine frische Brise pfeift einem immer um die Ohren und man fühlt sich so, als sei man direkt am Meer. Traumhaft.

Wieso sollte diese Stadt also keine Erstliga-Mannschaft haben?!

3. Uwe Seeler wäre sehr traurig

Uwe Seeler – Hamburger Urgestein Foto: Christian Charisius / dpa picture alliance

Eine der größten deutschen Fußballlegenden ist HSV-Mitglied: Uwe Seeler.

Da er schon sehr alt ist, wäre es also nicht besonders förderlich für seine Gesundheit, wenn er den Schrecken des Abstieges miterleben müsste. Er leidet jede Saison so sehr mit, wie die meisten Fans des Vereins.

Er kennt noch ganz andere HSV-Zeiten. In der ersten Bundesliga Saison überhaupt (1963/64) wurde er der erste Torschützenkönig überhaupt – mit 30 Toren.

Uwe Seeler in 1970 mit dem Pokal für „Fußballer des Jahres“ Foto: Dieter Klar / dpa picture alliance

1983, da war „Uns Uwe“ kein aktiver Spieler mehr, gewann der HSV die Champions League. Legenden wie Horst Hrubesch und Kevin Keegan waren damals im Kader.

4. Ich hätte keinen Club mehr in der Bundesliga

HSV in der Bundesliga Foto: Thomas Frey / dpa picture alliance

Mein Vater wohnt in Ingolstadt. Das war mein zweites Team, das ich (halbherzig) verfolgt habe, bevor es direkt abgestiegen ist.

Wenn der HSV nun absteigen sollte, wird die Bundesliga für mich nicht mehr spannend sein. Die Bayern werden sowieso wieder Meister, und der spannende, ergreifende Abstiegskampf bleibt aus.

Same procedure as every year

Und nun ist es also wieder Mal soweit: Der HSV hatte eine extrem schlechte, peinliche und zweitligawürdige Saison. Wieder einmal gab es nur zwei Teams, die noch schlechter waren. Vielleicht lag es auch daran, dass wir zu Anfang der zweiten Saisonhälfte ein kleines Hoch hatten.

Morgen, Samstag, 20.5., 15.30 Uhr rollt der Ball wieder im Hamburger Volksparkstadion. Der Gegner: Wolfsburg. Die sind 15., wir 16. Es wird ein Finale um den Relegationsplatz.

Gewinnt der HSV, haben sie sich wieder einmal gerettet. Bei einem Unentschieden und einer Niederlage ist es wieder Relegations-Time ...

Für alle Leidensgenossen heißt es jetzt Daumen drücken. Was mich angeht: Ich glaube fest an eine weitere Saison in der Bundesliga!

Quelle: Noizz.de

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