Radprofi Dege: 291 Kilometer durch Italien und am Ende gewinnen

Lukas Dombrowski

Sport, Sprachen, Speisen
Teilen
37
Twittern
Degenkolb und sein Rennteam posieren gemeinsam. Foto: Trek

An der Mittelmeerküste will John Degenkolb den ersten großen Sieg der Saison holen.

Auf diese knapp sieben Stunden hat er seit Saisonbeginn hingearbeitet. Wenn John Degenkolb am Samstag gegen 10 Uhr in Mailand mit dem Rennrad losfährt (ab 14 Uhr auf Eurosport), liegen 291 Kilometer Strecke vor ihm.

Diese extrem große Entfernung beim Rennen „Mailand – Sanremo” ist auch für Radprofis wie ihn nicht normal. „Es ist schon die Länge, die es so speziell macht. Und in der entscheidenen Phase hat es eine ganz eigene Charakteristik mit vielen giftigen Hügeln, engen Abfahrten und einem tollen Finish in Sanremo.”

Seit Donnerstag ist er vor Ort

Zur Vorbereitung auf das erste sogenannte Monument des Radsports ist er schon seit Donnerstag in Italien. Hier an der Italienischen Riviera schauen er und seine Teamkollegen von Trek-Segafredo sich die Strecke genau an.

„Alle reden ja von Cipressa und Poggio am Ende (die beiden letzten Anstiege, d. Red.) – aber was die Hügel so hart macht, ist eigentlich die Distanz davor. Es ist schon ein wahnsinniger Unterschied ob man 191 oder 291 Kilometer fährt. Erst recht, wenn die lange Anfahrt durch die Po-Ebene schon hart war, zum Beispiel wegen Wind oder Regen.”

„Der Espresso ist in Italien definitiv am besten”

In Italien ist Dege mehrmals im Jahr und erlebt neben den Rennen auch die Kaffeekultur. Zum Beispiel im Celecaffé von Ex-Profi Mirko Celestino, direkt an der Uferstraße im Städtchen Andora. „Eigentlich ist es ein Treffpunkt für Fans, die auf dem Weg zum Poggio noch etwas Profi-Flair und einen guten Espresso genießen wollen.

Aber wenn wir gerade in der Nähe sind, halten wir da natürlich auch gerne mal für eine Kaffeepause. Der Espresso ist in Italien definitiv am besten. Wir sind natürlich privilegiert, dass wir als Team die Kaffeemarke Segafredo als Sponsor haben, dann bekommen wir nicht nur hier den perfekten Espesso.”

2015 hat er in Sanremo schon gewonnen

Für eine Kaffeepause wird er im Rennen keine Zeit haben, die außergewöhnliche Kulisse bekommt er trotzdem mit. „Wahnsinnig viele Fans sind da, dazu das Mittelmeer, das ist schon sehr besonders.” Und John hat sehr gute Erinnerungen an den Norden Italiens. Vor zwei Jahren gewann er das Rennen und holt seinen größten Sieg.

Freunde von Dege haben seinen Namen auf die Straße gemalt Foto: Guilty76 / Guilty76

Letztes Jahr konnte er nach einem Trainingsunfall seinen Titel nicht verteidigen, diesen Samstag will er wieder angreifen. „In diesem Jahr habe ich das Gefühl, dass der Kandidatenkreis größer ist als je zuvor - es wird also sicher hart, den Erfolg aus 2015 zu wiederholen. Aber nicht unmöglich; auch weil ich weiß, dass ich ein sehr starkes Team an meiner Seite habe."

Ein kleines Ritual aus der Jugend

Damit das mit dem Sieg auch klappt, baut John auch auf ein Ritual. „Eigentlich erzähle ich es das ja keinem, aber ich habe mir schon als Jugendfahrer angewöhnt, immer alles rechts zuerst anzuziehen. Zuerst die rechte Socke, zuerst den rechten Schuh. Ein kleines Ritual, das ich bis heute beibehalten habe. Und wer weiß, vielleicht bringt es ja auch 2017 das Glück, das man braucht, wenn man gewinnen will ...”

Quelle: Noizz.de

Kommentare anzeigen