Das fordert jetzt der Bundesrat.

Verhütung ist wichtig, aber nicht immer günstig. Eine Packung Kondome kostet bei Amazon um die 8 Euro, die Pille in der 6-Monats-Packung mittlerweile schon zwischen 60 und 70 Euro, sich eine Spirale einzusetzen schlägt mit etwa 200 Euro zu Buche.

Für Menschen mit geringem Einkommen oder Hartz IV ein gehöriger Batzen Geld. Studien belegen, dass ärmere Frauen weniger Geld für Verhütung ausgeben, aus der Not heraus also auch mal darauf verzichten – und häufiger ungewollt schwanger werden, was allerdings auch Anwendungsfehler mit einbezieht.

Deswegen fordert der Bundesrat – also die Vertretung der Bundesländer – die Regierung nun dazu auf, „allen Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Verhütungsmitteln zu ermöglichen“, insbesondere „einkommensschwachen Frauen und Frauen im Sozialleistungsbezug“.

Heißt übersetzt: Hartz IV-Empfängerinnen sollen die Kosten für die Pille, die Spirale und auch die „Pille danach“ vom Staat zurückbekommen. Bis 2004 gab es das in ähnlicher Form schon einmal, damals zahlte die Krankenkasse Sozialhilfeempfängerinnen die Pille.

Die CDU ist allerdings gegen die Forderung, auch das CSU-geführte Bayern stimmte gegen den Antrag – es ist ihnen einfach zu teuer. Und solange es keine neue Bundesregierung gibt, wird hier auch nichts passieren.

Eine umfassendere Lösung, die auch Geringverdienerinnen oder Studentinnen entlasten würde, wäre es die Pille wieder von den Krankenkassen bezahlen zu lassen. Die übernimmt hormonelle Verhütungsmittel bislang nur für unter 20-jährige. Zusatzkosten wollen die Kassen aus dem Weg gehen – obwohl sie so viel Gewinn machen wie selten zuvor und insgesamt über Rücklagen von 18 Milliarden Euro verfügen. Und obwohl ungewollte Schwangerschaften sie am Ende weitaus mehr kosten.

Quelle: BZ