5 Gründe, warum Trumps Klimapolitik eine Katastrophe ist

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Der US-Präsidenten denkt nur an die Kohle.

Donald Trump hat es schon vor Jahren gewusst: Der Klimawandel ist nur eine Erfindung der Chinesen, um US-Unternehmen in sinnlose Umweltprogramme zu drängen und damit die gesamte US-Wirtschaft zu schwächen.

Gut, dass „The Donald“ jetzt im Weißen Haus sitzt und die hinterlistigen Pläne der Asiaten durchkreuzen kann. Zum Beispiel indem er den Klimaschutzplan der Vorgänger-Regierung unter Barack Obama kippt.

Auf diese Weise werden zahlreiche Beschränkungen aufgeweicht, die dem Umweltschutz dienen: Unter anderem werden die Auflagen zum CO2-Austoß von Kohle-Kraftwerken gelockert.

Eine wahnsinnig clevere Idee – oder etwa doch nicht? Umwelt-Experten sind ob der jüngsten Entwicklungen jedenfalls in Aufruhr. Selbst Energie-Riese Exxon hat sein soziales Gewissen entdeckt und pocht auf eine Einhaltung der Ziele aus dem Pariser Klima-Abkommen 2015.

Und auch wir bei NOIZZ haben bei näherem Hinschauen einige Punkte gefunden, die Trumps Umwelt-Kurs nicht allzu weitsichtig erscheinen lassen.

1. Wir können den Lauf der Natur sehr wohl beeinflussen

Das Klima unterliegt bereits seit Jahrtausenden Schwankungen. Und genau das wird von vermeintlichen Experten gerne als Beleg dafür herangezogen, dass wir Menschen mit der momentan stattfindenden Erderwärmung ja überhaupt nichts zu tun hätten.

Das – mit Verlaub – ist kompletter Quatsch! Es gibt einen UN-Weltklimarat, der aus hunderten unabhängigen Wissenschaftlern besteht. Und der erläutert in einem Bericht:

„Die anthropogenen (durch den Menschen verursachten, d. Red) Treibhausgasemissionen sind (...) höher als jemals zuvor.“ Und: „Es ist äußerst wahrscheinlich, dass sie die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind.“

2. Keine Energie ist umweltschädlicher als Kohle

CO2 (Kohlendioxid) entsteht unter Anderem bei der Verbrennung von Kohle und Gas. Und fördert den Treibhauseffekt, der wiederum für die Erderwärmung verantwortlich ist. Ausgerechnet die Kohlekraftwerke, die Trump mit seiner Energiepolitik fördern will, haben die schlechteste CO2-Bilanz unter den Energieträgern.

Pro erzeugter Kilowattstunde Strom werden bei mit Braunkohle als Energie-Träger bis zu 1230 Gramm des schädlichen CO2 in die Athmopshäre gepustet. Erdöl (890 Gramm) und Erdgas (640 Gramm) – die ebenfalls von den gelockerten Bestimmungen des Trump-Dekrets profitieren – sind in der Hinsicht übrigens auch nicht viel besser.

Zum Vergleich: Bei Wasserkraft schwankt der CO2-Wert pro erzeugter Kilowattstunde zwischen 4 und 13 Gramm, bei Windkraft zwischen 8 und 16 Gramm. Das geht unter anderem aus einem Bericht des Bundestags hervor.

3. Millionen Menschen leiden unter Dürre, Stürmen und Fluten

Hier in Deutschland haben wir bisher nicht viel von negativen Folgen des Klimawandels wahrgenommen. Das heißt aber nicht, dass sich die Situation in Erdteilen deshalb nicht dramatisch verschärft.

Einer Studie von Greenpeace zufolge waren bereits vor rund zehn Jahren über 20 Millionen Menschen auf der Flucht vor den Auswirkungen des Klimawandels. In den nächsten 30 Jahren wird sich diese Zahl laut der Organisation auf 200 Millionen Menschen erhöhen.

Besonders die armen Länder trifft es dabei am härtesten: Sie haben nicht das Geld, um sich gegen die Kapriolen zu wehren, die die Natur schlägt. Hitzewellen, Stürme und Flutkatastrophen treffen sie mit voller Härte – und Zehntausende sterben.

Aber Hauptsache, Donald wird es in New York nicht zu kalt ...

4. Den süßen Eisbären-Babies geht es an den Kragen

In den letzten 135 Jahren hat sich das globale Klima um etwa 0,85 Grad Celsius erwärmt. Das klingt erstmal wenig. In rund 10.000 Jahren davor waren es aber nur zwei Grad.

Unter der rapiden Veränderung leiden nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Nur ein Beispiel ist der Eisbär, dem mit der Schmelze der Polarkappen der Lebensraum enzogen wird. Die Umweltorganisation WWF prognostiziert, dass bei einem ungebremsten Klimawandel bis Mitte des Jahrhunderts ganze 66 Prozent der Eisbär-Populationen ausgestorben sein könnten.

Der US-Ökologe Mark Urban befürchtet, dass jede sechste Spezies dem Klimawandel zum Opfer fallen könnte – wenn es denn so weiterläuft wie bisher. Wenn es so weiterläuft wie bisher, könnte sich die Erde in den nächsten 100 Jahren übrigens auch weiter um bis zu 6,4 Grad erwärmen. Das klingt dann auch ohne Relation gar nicht mal so wenig.

5. Die USA haben großen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß

Dass ausgerechnet die USA in Sachen Klimaschutz jetzt eine Rolle rückwärts hinlegen, ist insbesondere aus einem Grund dramatisch: Die USA sind weltweit ohnehin schon für rund 16 Prozent des gesamten CO2-Ausstoß verantwortlich: Platz zwei in der Umweltsünder-Tabelle!

Platz eins geht übrigens an die Chinesen. Ausgerechnet – möchte man meinen. Allerdings gilt: Pro Kopf liegt der CO2-Ausstoß in China deutlich unter dem der USA.

Und die Volksepublik hat die Zeichen der Zeit erkannt! Das chinesische Außenministerium ließ über einen Sprecher verlauten, dass sich das Land seiner Verantwortung bewusst sei und an seinen Maßnahmen zum Klimaschutz festhalten werde – auch wenn andere Länder neue Prioritäten setzen würden. Im vergangenen Jahr hat China seinen CO2-Ausstoß bereits um knapp ein Prozent reduziert.

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