In Amerika sterben mehr Schüler als Soldaten

Gerrit Lagenstein

Sport, Film und Fernsehen
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Zwei Kinder trauern um die erschossenen Schüler der Santa Fe High School Foto: Stuart Villanueva

Mit dem Amoklauf in Texas sind dieses Jahr schon 29 Menschen an Schulen ermordet worden.

Dimitrios Pagourtzis hat die Tat gestanden. Zweifel daran, dass er der Killer ist, der an der Santa Fe High School zehn Menschen umbrachte, hatte es eh nicht gegeben. Bevor die Polizei den 17-Jährigen festnahm, hatte er noch vor, sich selbst umzubringen, fand jedoch nicht den Mut dazu. Bei der Befragung durch die Behörden gab er an, dass er keineswegs nur wild um sich geschossen habe. Vielmehr habe er einige Schüler bewusst ausgelassen, damit seine Geschichte an die Öffentlichkeit kommt.

Die Opferzahl hätte also noch höher sein können als sie es schon ist. Zusammen mit dem Massaker in Parkland in Februar und 14 weiteren Vorfällen sind in diesem Jahr dennoch schon 29 Menschen bei Schusswechseln an Schulen gestorben. Das sind nicht nur die meisten seit 2000, sondern auch mehr Tote als das amerikanische Militär heuer bisher zu beklagen hatte. Allerdings stehen hier rund 1,3 Millionen Soldaten gut 50 Millionen Schülern gegenüber, wie die Washington Post berichtet.

Die Wahrscheinlichkeit von einem Amoklauf betroffen zu sein, ist mathematisch gesehen also immer noch äußerst gering. Doch welche Rolle spielt das für die Angehörigen der 29 Getöteten. Jeder von ihnen ist einer zu viel. Da ist es kein Wunder, dass viele Eltern sich Sorgen, um die Sicherheit ihrer Kinder machen.

Die Politik setzt sich trotzdem nicht für schärfere Waffengesetze ein. Da können noch so viele Bürger in Demonstrationen auf die Straße gehen. Auch einige der Santa-Fe-Schüler hatten nach dem Massaker von Parkland protestiert – wohl wissend, dass es genauso gut auch sie hätte treffen können. Einige wie Paige Curry haben das Unheil sogar kommen sehen. In einem bewegenden Interview sagte die Schülerin: „Ich habe immer gespürt, dass es irgendwann halt auch hier passieren wird.“

Nach dem Amoklauf in der texanischen Stadt wird sie mit diesen Ängsten nicht allein sein, denn so bitter es ist, es wird wohl leider nicht die letzte Schießerei in einer amerikanischen Schule gewesen sein.

Quelle: Noizz.de

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