Boracay und die umliegenden Gewässer wurden zu stark verdreckt.

Wegen massiver Probleme mit dem Umweltschutz ist die beliebte philippinische Urlauberinsel Boracay für sechs Monate geschlossen worden. Die Behörden lassen seit Donnerstag keine Touristen mehr an Land. Insgesamt waren etwa 600 Sicherheitskräfte im Einsatz, um die Einhaltung des Besuchsverbots zu kontrollieren. Die Zeit bis November soll genutzt werden, um auf der Insel die schlimmsten Mängel zu beseitigen und aufzuräumen.

Hotels beschmutzten jahrelang Gewässer

Auf Boracay sollen unter anderem viele Hotels, Restaurants und Geschäfte ihr Abwasser samt Fäkalien jahrelang einfach ins Meer geleitet haben. Die Schließung war vom philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte Anfang April persönlich angeordnet worden. Er bezeichnete Boracay, wo auch viele ausländische Touristen ihre Ferien verbringen, als „Kloake“.

Das Flughafenchaos auf Boracay hat begonnen. Foto: Aaron Favila / dpa

Boracay - etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila - war vom Reisemagazin „Condé Nest Traveller“ vergangenes Jahr zur schönsten Insel der Welt gewählt worden. Pro Jahr kommen etwa zwei Millionen Gäste nach Boracay.

Protest von Einheimischen

Auf der Insel leben etwa 40.000 Einheimische, von denen die allermeisten ihr Geld im Tourismus verdienen. Zwar protestierten die lokalen Unternehmen und forderten, dass nur die schlimmsten Umweltsünder-Geschäfte zu schließen, doch gilt das Verbot weiterhin für die komplette Insel. Die Regierung will für sie in der Überbrückungszeit Finanzhilfen von umgerechnet etwa 30 Millionen Euro bereitstellen. Allerdings ist noch nicht klar, wie das Geld verteilt werden soll.

Quelle: dpa