Die Berliner Polizei schießt jetzt auch mit Tasern

Alina Leimbach

Pop & Politik
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So sieht ein Teaser in Aktion aus. Die Berliner Polizei bekommt diese Waffen jetzt für den täglichen Dienst Foto: dpa picture alliance

... obwohl die Waffe hochumstritten ist!

Taser kennen wir zum Beispiel von den „Simpsons“. Policeofficer Chief Wiggum hat dort kein Problem, unliebsame Situationen mal auf „diese Art“ zu lösen.

Jetzt kommt der Elektroschocker auch nach Deutschland. Genauer gesagt, auf die Straßen Berlins, denn die Polizei der Hauptstadt wird als erste in ganz Deutschland den Taser auf der Straße austesten. Bislang durfte nur das SEK die Waffe einsetzen.

Was soll das bringen?

Die Polizei will damit Menschenleben retten. Der Taser soll nämlich eine Alternative zur Schusswaffe sein. Wird es extrem bedrohlich für sie, können sie von nun an den Schocker benutzen.

Das Ganze ist ein Pilotprojekt: Erst einmal wird drei Jahre lang getestet, wie sinnvoll die Taser sind. Eingesetzt werden die Taser auch nicht überall in der Stadt, sondern zunächst nur am Alexanderplatz und der Friedrichstraße.

Wie funktioniert ein Taser?

Ist der Taser im Einsatz, strömen bis zu 50.000 Volt durch den Körper eines „Getasten“. Das sorgt für sehr starke Schmerzen. Die Muskeln verkrampfen so heftig, dass ein Beschossener sich nicht mehr bewegen kann. Deswegen sacken diese Menschen auch in sich zusammen, wie das in Hollywood-Filmen zu sehen ist.

Warum ist das ganze umstritten?

Wegen des starken Stromstoßes kann ein Taser bei Menschen mit Herzproblemen zum Tod führen. Doch Herz-Erkrankungen kann man äußerlich nicht sehen: Deswegen gibt es bei jedem Taser-Einsatz auch ein Risiko.

Zuletzt hatte der Tod des ehemaligen Fußballprofis Dalian Atkinson Aufsehen erregt. Er starb, nachdem britische Polizisten ihn taserten.

Außerdem wird kritisiert, dass die Waffen zur Folter eingesetzt werden können: Ein Einsatz ist – anders als bei Schlägen oder anderen Verletzungen – nur in den seltensten Fällen nachweisbar.

Menschenrechtsorganisationen bemängeln zudem, dass die Waffe insbesondere in den USA zu schnell verwendet wird. Schon wenn Menschen sich kleinen Aufforderungen der Polizisten widersetzten, würden sie oftmals mit der extrem schmerzhaften Waffe beschossen.

Was reagiert die Polizei auf die Kritik?

Ein leichtfertiger Gebrauch wie in den USA soll in Berlin nicht möglich sein. Denn vor Ort dürfen die Taser nur in Situationen gebraucht werden, in denen die Polizisten auch zu einer Schusswaffe greifen würden.

Eingesetzt werden darf der Taser zudem derzeit nur von 20 Personen, die speziell auf dem Umgang damit geschult wurden.

Quelle: Noizz.de

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