CDs kann schließlich jeder.

Leicht zugänglich ist die Musik von Massive Attack nicht: Wer sich die langsamen, stampfenden Bässe anhört, tut das nicht unbedingt bei Sonnenschein auf einer bunten Wiese. Dennoch ist die Band aus Bristol seit Mitte der Neunziger bekannt als eine der stilprägenden Bands im Genre Trip Hop und nach wie vor sehr erfolgreich: Im Sommer werden sie zwei Konzerte in Deutschland spielen, die Show in Berlin ist schon seit Wochen ausverkauft.

Ähnlich komplex wie ihre Musik wird auch ein neues Projekt der Band sein: Anlässlich des 20. Geburtstags ihres Hitalbums „Mezzanine“ werden die Trip Hop-Pioniere die Platte auf DNA-Molekülen veröffentlichen.

Die Technik dazu hat die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich entwickelt. „Während auf einer CD oder einer Computerfestplatte die Information in einer Abfolge von Nullen und Einsen gespeichert ist, speichert die Biologie genetische Information in einer Abfolge von vier DNA-Bausteinen – A, C, G und T“, sagt Robert Grass, der das Verfahren vor drei Jahren mit Kollegen an der ETH entwickelt hat.

Musik auf DNA: So sieht beispielsweise eine DNA-Sequenz aus Foto: ETH Zürich

Um das Album zu konvertieren, wird die Musik in sogenannte „Opus“-Dateien abgespeichert. Die Dateien können anschließend in DNA-Moleküle umgewandelt werden. Danach werden die Moleküle in 5000 winzige Glaskugeln gegossen, die mit dem Auge nicht sichtbar sind. Die Umwandung soll laut ETH rund ein bis zwei Monate dauern. Danach kann die Platte in einer winzigen Flasche aufbewahrt werden.

Musik unter dem Mikroskop: So sehen die Kugeln aus, in der die Musik gespeichert wird Foto: ETH Zürich

Haltbar soll das Album auf DNA hunderte bis tausende Jahre sein. Mit den geeigneten Geräten könne man laut ETH die Musik in kürzester Zeit millionenfach kopieren. Nur billig sei das Verfahren aktuell noch nicht. Und natürlich kann der normale Musikfan mit der DNA-Platte auch (noch) nichts anfangen.

Mit der Idee kam übrigens die Band auf die Hochschule zu: Wer an den teilweise klinischen Sound der Band oder an Videos wie „Special Cases“ denkt, dem erscheint ein Album aus dem Labor bei Massive Attack schon fast logisch.

Ein Beispiel, wie sich die Musik von Massive Attack anhört, die in der DNA-Kugel abgespeichert werden kann, könnt ihr euch hier anhören.

Quelle: Noizz.de