Eminems neues Album „Revival“ ist endlich da!

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Eminems „Revival“ wird von seinen Fans jezt schon als eins seiner besten gefeiert Foto: AP Chris Pizzello / dpa picture alliance

Ist er noch der Rapgott?

Endlich ist Eminems neues Album erschienen! Shadys Stans dürften sich den 15. Dezember 2017 rot in ihrem Google-Kalender markiert haben. Vier Jahre sind seit seiner „The Marshall Mathers LP2“ vergangen. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an den Rapper.

Als Eminem seine Trackliste veröffentlichte, wurde er von vermeintlichen Fans beschimpft: Er stoße sich selbst vom Thron, mache sich lächerlich, sei Mainstream geworden. Sie regten sich auf Twitter und Instagram vor allem über seine Kollabarationen mit Beyoncé, Ed Sheeran und P!nk auf.

Seine zweite Single „Untouchable“ besänftigte einige der Pöbler jedoch schnell wieder. Darin rappt Eminem über Polizeigewalt gegen Schwarze in den Staaten, über Rassismus und „White Privilege“.

Und das erwartet euch auf „Revival“:

Diese scheiß Liebe

Auf genius.com, der Seite, die Songtexte und vor allem Raptexte sammelt und die Bedeutung der Bars entschlüsselt, ist Eminems Song mit Ed Sheeran bis jetzt der meist gehörte und gelesene Song!

So oft interessieren sich Fans für Eminems Songs Foto: Screenshot / genius.com / Screenshot / genius.com

In „River“ geht es um eine Beziehung, die unter Unfruchtbarkeit, Betrug und Abtreibung leidet. Drei Tabuthemen auf einmal gebrochen – Respekt! Als Metapher wird wieder Wasser benutzt – wie bei „Walk On Water“ mit Beyoncé. Beide Songs leben auch von den starken Stimmen und der Melodik.

Um eine toxische Beziehung geht es auch in „Need Me“ mit P!nk und in „Tragic Endings“ mit Skylar Grey, mit der Eminem über die Jahre immer wieder zusammen gearbeitet hat. Wer „Love The Way You Lie“ und „Monster“ mit Rihanna gefeiert hat und seinen Song mit SIA „Guts Over Fear“ liebt, wird diese Songs genauso lieben.

Und dann gibt es da noch zwei Tracks über seine Exfrau Kim. In „Remind Me“ geht es um die Zeit, bevor sie sich gegenseitig vor Gericht fertig machten. Dafür hat der Rapper Joan Jetts „I Love Rock 'n' Roll“ gesampelt. Es findet sich auch ein Sample des Songs „Zombie“ von The Cranberries auf der Platte. Em steht auf Rock!

Seine Exfrau Kim beschäftigt ihn seit Jahren. In seinem Song „Kim“ rappt er sogar darüber, wie er sie tötet. Doch auf „Revival“ entschuldigt er sich im Song „Bad Husband“ zum ersten Mal bei seiner Exfrau; singt, er sei ein guter Vater gewesen, aber ein scheiß Ehemann. Auch seiner Tochter Hailie widmet er mit „Castle“ einen Song, ähnlich wie „Mockingbird“ (2004) und „When I'm Gone“ (2005).

Fuck Donald Trump!

Der US-Präsident Donald Trump wird auf „Revival“ natürlich auch zur Zielscheibe. Zusammen mit Alicia Keys zerreißt er Trump in „Like Home“ in Stücke und stellt klar, dass sein Amerika nicht von Trump zerstört werden kann. In „Offended“ sagt er Trump, er solle doch bitte erwachsen werden und sich nicht immer gleich angegriffen fühlen.

Auch die politischen Tracks kommen gut an Foto: Screenshot Youtube / Screenshot Youtube

In „Framed“ wird Eminem zum Mörder – und die Präsidentenfamilie fällt ihm zum Opfer, wie die Zeilen zeigen:

„Think I'm becoming a monster 'cause of the drugs that I'm on

Donald Duck's on as the Tonka Truck in the yard

But dog how the fuck is Ivanka Trump in the trunk of my car“

Meister des Raps

Und Eminem verteidigt seinen Thron eben doch wie kein anderer. Das zeigen Tracks wie „Chloraseptic“, in denen sich Em darüber aufregt, wie alle neuen Rapper nur noch nuscheln. Wer Eminem vor allem hört, wenn er wütend ist, wird den Verriss auf repeat hören.

Das Gegenstück zu dem Selbstzweifel-Song „Walk On Water“ ist die Trap-Rap-Nummer „Believe“, die in den Kommentaren auf Youtube, Instagram und Facebook schon als krassester Rapsong von Eminem ever gehandelt wird.

Der Track „Believe“ ist jetzt schon Favorit für viele Fans Foto: Screenshot Youtube / Screenshot Youtube

In seinem Duett „Nowhere Fast“ mit der jungen Rapperin Kehlani erinnert er sich an seine Jugend im Rap und daran, wie er sich seitdem im Game behauptet.

Fazit

Shady's back! Alles, was wir an Eminem lieben, hebt er mit „Revival“ auf ein neues Level. Em bleibt sich treu UND erfinden sich neu.

  • Diss-Tracks („Like Home“, „Framed“, „Offended“) über Donald Trump? Check.
  • Kampfansagen („Believe“, „Chloraseptic“, „Nowhere Fast“) an Rap-Thronanwärter? Check.
  • Songs über Drogen, Psychoprobleme („In My Head“, „Arose“) und Selbstzerstörung? Check.
  • Texte über Exfrau Kim („Remind ME“, „Bad Husband“, Tochter Hailie („Castle“) und toxische Liebe („River“, „Need Me“, „Tragic Endings“)? Check.

Hier könnt ihr das neue Album hören:

Die Zweifel daran, dass Eminem der beste lebendige Rapper ist, sind wohl ausgeräumt. Und an alle Fans, die immer noch behaupten, Em sei schlecht geworden: Ich bin ein obsessiver Fan von Eminem.

Die Fans sind überrascht, dass sich Em wieder selbst übertrifft Foto: Screenshot Youtube / Screenshot Youtube

Seine Texte, sein Flow, seine Kontinuität und sein Mut, auch mal zum Piano zu rappen, hebt ihn für mich nur noch mehr von anderen Rappern ab.

Und an die Fans, die sagen: „Eminem, du verrätst dich selber, früher hättest du die Musiker fertig gemacht, mit denen du heute zusammen arbeitest!“ Das ist Bullshit! Lasst es mich das kurz am Beispiel P!nk erklären.

Eminem hat Stars wie Britney Spears, Jessica Simpson und Paris Hilton gedisst. Das hat P!nk übrigens mit ihrem Song „Stupid Girls“ auch gemacht.

Eminem hat US-Präsidenten wie George Bush und Donald Trump gedisst. Seine Heimat Amerika kritisiert er in seinen Songs immer wieder, etwa in „White America“ oder seinem Freestyle-Cypher gegen Trump. P!nk in ihren Liedern „Dear Mr. Präsident“ und „What About Us“ aber auch!

Also, wenn Eminem mit P!nk singt, verrät er sich nicht, sondern bleibt sich treu. Ich finde es auch nicht peinlich, dass er Respekt zeigt für Popikonen wie Beyoncé und P!nk, ich finde das cool. Denn damit trifft Eminem den Zeitgeist und sorgt dafür, dass Rap radiotauglich bleibt.

Und von wegen Softie: Wer sich die Texte mal genauer ansieht, checkt, dass Eminem weiterhin alles auskotzt – in Form von Songs – was an Dunkelheit, Krankheit, Hass, Psychosen und Wut in ihm wütet. Slim Shady wäre stolz auf ihn, auch ohne platinblonde Haare. Er ist also nach wie vor der Alte –nur reifer, experimentierfreudiger und besser.

Quelle: Noizz.de

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