Wir haben uns für dich gequält – beim Echo

Nele Würzbach

Food, Sneakers & Hip-Hop
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Spoiler-Alarm: Das Ende der Show haben wir nicht mehr erlebt ...

Eigentlich sind Rote Teppiche genau unser Ding. NOIZZ-Kollegin Johanna ist jahrelang als Gast über sie stolziert, und ich habe schon von unzähligen berichtet. Aber bei der 26. Verleihung des Echos in Berlin taten wir beide uns echt schwer.

Das hatte gleich mehrere Gründe. Erstens scheinen Promis das Radio nicht so richtig ernstzunehmen. Wir wurden direkt neben den Rundfunkkollegen platziert und mussten bei unzähligen Stars wie Lena Meyer-Landrut dabei zuschauen, wie sie einfach an uns vorbeigingen.

Kein Wunder, dass sich einer der Radiojournalisten lautstark ärgerte: „Wir spielen ihre scheiß Musik, aber die reden nur mit den TV-Kameras!“

Die Ausrede ist natürlich immer „wenig Zeit!“, aber ganz ehrlich, liebe Promis – dann kommt halt früher! Zum Glück gab es noch ein paar nette Rapper, die tiefenentspannt für jeden Scheiß zu haben waren. Unsere absoluten Favoriten den Abends.

Gar nicht entspannt war hingegen Alexander Marcus. Ihr kennt ihn bestimmt noch, er ist der Typ mit den schmalzigen Haaren und den Megahits wie „Hawaii Toast Song“. In Seinen Clips wirkt er immer wieder der lustigste Mensch, in echt will er aber weder einen seiner Songs anstimmen, noch einen Boomerang für unser Insta-Story machen. Langweilig!

Abgesehen davon, dass es super schwer war, die ganzen Promis vor die Kamera zu bekommen, war die Gästelist jetzt auch nicht so geil.

Der Echo versucht eigentlich wieder, hip und cool zu werden, aber wir fanden es da weder sonderlich hip, noch irgendwie cool.

Udo Lindenberg ist Kult, das wissen wir. Aber wenn er gleich zweimal ausgezeichnet wird („Album des Jahres“, „Künstler national“), dann bestimmt nicht, weil unsere Generation seine Songs so oft streamt ...

Wie die Show insgesamt war, können wir ehrlicherweise nicht beurteilen. Nach drei Preisen haben wir das weite gesucht. Das lag aber nicht an Andrea Berg und ihrem Schlager-Echo, sondern an den Moderatoren Xavier Naidoo und Sascha.

Keine Ahnung, wie irgendjemand auf die Idee kommen konnte, dass die beiden frischen Wind in die Sache bringen würden. Aber, zu sagen, wir haben uns fremdgeschämt, wäre eine Untertreibung.

Leider haben wir deshalb auch nicht mehr mitbekommen, wie „Tote Hosen“-Frontmann Campino gegen Jan Böhmermann geschossen hat: „Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann“, sagte er.

Böhmermann nannte den Echo vorher „seelenlose Kommerzkacke“. Das ist natürlich ein bisschen naiv von Janni, denn was erwartet er sich denn von so einer Veranstaltung? Ein klarer Fall für Captain Obvious.

Falls ihr trotzdem noch Bock auf die Verleihung habt, könnt ihr sie euch heute Abend um 20.15 Uhr auf VOX reinziehen.

Quelle: Noizz.de

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