In diesem Musikvideo vergewaltigt eine Frau mit Umschnall-Dildo Männer – aus Spaß!

Kim-Lisa Halwas

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Wir haben die Macherinnen gefragt, warum.

Eine Frau mit langen, grauen Haaren steigt aus ihrem alten Mercedes. Sie arbeitet auf einem Schrottplatz, isst lüstern Brathähnchen, raucht, trinkt einen Klaren aus einer kleinen Flasche, läuft, als hätte sie einen Riesenpenis zwischen den Beinen.

Barbarisch stopft sich die Frau das Brathähnchen in den Mund Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic

Schon allein die Anfangsszene des Musikvideos „See The Light“ von Meltdown zeigt einen klaren Rollenwechsel und irritiert. Doch das ist nicht die Message des Videos.

Diese jungen Männer werden wie Vieh behandelt und im Puff zusammengepfercht Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic

Nachdem der Tag vorbei ist, fährt sie zu einem heruntergekommenen Haus. Es handelt sich um einen Puff. Die Frau redet mit der Zuhälterin. Sie gehen in einen „Raum“, der mit durchsichtigen Planen abgetrennten ist. Dort liegen auf einer Matratze fünf, sechs junge Männer, die nur weiße Unterwäsche tragen.

Diesen jungen Mann kauft die Kundin gegen seinen Willen Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic

Die Frau sucht sich einen aus, nimmt ihn mit in einen anderen Raum des Kellergewölbes. Und vergewaltigt ihn mit einem Strap-on.

Die Frau fasst den Mann grob an, ihm macht das offensichtlich Angst Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic
Brutal greift sie dem jungen Mann in den Schritt Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic
Die Frau vergewaltigt den Mann mit einem Anschnallpenis Foto: Screenshot / Youtube / meltdownmusic / Screenshot / Youtube / meltdownmusic

Das ganze Video ist ziemlich heftig und hinterlässt nachhaltig Bilder, die man nicht so schnell loswird.

Vergewaltigung ist immer noch ein Tabu-Thema

Nach dem Weinstein-Skandal und der #metoo-Bewegung ist das Thema Vergewaltigung wieder in der Gesellschaft präsent. Letztes Jahr gab es die Debatte mit „Nein heißt Nein“, die besonders durch den Fall Gina-Lisa geprägt war. Der C-Promi hatte angegeben, im Juni 2012 vergewaltigt worden zu sein. Das Gericht wirft ihr vor, nicht die Wahrheit gesagt zu haben.

Gina-Lisa Lohfink im Amtsgericht Tiergarten Foto: dpa Picture-Alliance / Jörg Carstensen / dpa picture alliance

Vergewaltigungen sind immer nur dann ein großes Thema, wenn öffentlich über Vorfälle von Prominenten erzählt wird. Aber das ist zu wenig.

Täglich werden Frauen und Männer vergewaltigt. Es müsste jeden Tag von solchen Fällen berichtet werden. Das Thema wird immer noch tabuisiert.

Genau dieses Tabu wollen die Regisseurin Hanna Seidel und Produzentin Christine Duttlinger brechen. Sie wollen die Menschen sensibilisieren und auf den Missstand aufmerksam machen. Die beiden studieren an der Filmakademie in Ludwigsburg. Sie produzierten zusammen mit Junus Baker das Musikvideo und schrieben das Drehbuch dazu.

Die Idee zu dem Video entstand bei einem Horrorfilm-Festival

Der Gedanke zu dem Rollentausch kam Hanna, als sie auf einem Horrorfilm-Festival war. Dort liefen viele Filme, in denen Frauen vergewaltigt wurden. Tosender Applaus war die Folge. Doch dann kam ein Film, in denen zwei Frauen ihrem Vergewaltiger das antun, was er mit ihnen gemacht hatte. Es folgte kein Applaus, im Gegenteil. Männer verließen den Kinosaal.

Dabei kam Hanna der Gedanke: „Wie wäre es denn jetzt, wenn es mal einen Film geben würde, in dem sogar liebe, junge Männer einfach grundlos, also ohne den Rachegedanken, von einer Frau vergewaltigt werden?“ Es existiert eine Überflutung von sexueller Gewalt an Frauen in Filmen. Hanna und Christine wollen darauf hinweisen, dass das einfach nicht „normal“ sein darf.

„Vielleicht zweimal darüber nachdenken, ob man für 30 Euro Menschenhandel unterstützen will“

Außerdem wollen sie auf das Thema Zwangsprostitution aufmerksam machen: „Es ist normal, dass Männer sich mal für 30 Euro  ‚eine halbe Stunde Spaß‘ gönnen. Dass viele Mädels aber krasse gynäkologische und psychische Probleme dadurch bekommen und das eben nicht freiwillig machen, interessiert keinen“, sagt Hanna.

Das Video soll dazu aufrufen, schon bei Kindern darauf zu achten, wie sie übereinander reden, welche Musik sie hören oder welche Filme sie schauen. Eben ob es Filme sind, in denen Frauen sexuelle Gewalt erleben oder Männer den Macho raushängen lassen. Das Video soll zeigen, „wie es sich vielleicht anfühlen könnte, benutzt zu werden“ und dazu aufrufen, „vielleicht zweimal darüber nachzudenken, ob man für 30 Euro Menschenhandel unterstützen will“, so Hanna.

Es muss ein Umdenken stattfinden! Sexuelle Gewalt geschieht alltäglich. Genau das darf nicht passieren. Das Musikvideo bricht mit allen Vorstellungen, die man mit einer Vergewaltigung verbindet. Und genau das ist richtig, um die Gesellschaft auf eine andere Art und Weise für dieses Thema zu sensibilisieren.

Quelle: Noizz.de

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