Backstage-Interview mit Indiepop-Sängerin Skott

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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Ein bisschen unsicher wirkt sie hier und da noch, aber die 25-Jährige steht gerne auf der Bühne Foto: Ninja Hannah

Wir haben mit ihr über Musik, Hippiekommunen und ihre Zukunftspläne gesprochen.

Katy Perry liebt ihre Musik und auch die neuseeländische Indie-Sängerin Lorde hört sie rauf und runter – Skott ist angekommen in der Hype-Maschine. Bereits im vergangenen Jahr wurde ihr Track „Porcelaine” unter den Top 15 most-hyped-tracks der wichtigsten Musikblogs gelistet.

Der Sound ihrer Songs klingt ein bisschen nach einem Abenteuer in der Wildnis – mal verspielt, wie in „Lack of Emotions”, mal etwas Lana-Del-Rey-mäßig, wie in „Wolf”, aber auch episch aufgeladen, wie in „Glitter & Gloss”. Vielseitig ist Skott also schon einmal.

Das macht viele neugierig. Das Konzert ihrer Deutschlandpremiere im Auster Club in Berlin-Kreuzberg ist auf jeden Fall rappelvoll.

Macht das nicht ein bisschen nervös? – Pauline Skött, so heißt die schwedische Sängerin eigentlich, macht backstage vor dem Konzert nicht den Eindruck. Eher ein bisschen zu gechillt, mit Tee in der Hand sitzt sie entspannt auf dem abgerrocktem Sofa. vielleicht ist der ganze Zirkus um sie und ihre Musik auch einfach nur neu für sie.

Ihre Stationen bevor sie anfing Musik zu machen, lesen sich eher wie eine kleine Legende. Ihre Eltern, beides Folkmusiker, hatten keine Lust mehr auf die städtische Hektik. Also ging’s kurzer Hand in den Wald – in eine Kommune mit jeder Menge Musik und viel Natur.

Angeblich habe Skott erst danach Popmusik wirklich entdeckt. Alles Unsinn, wie sie uns backstage – oder im Falle des Auster Clubs eher upstage – im Interview vor ihrem Konzert erzählt.

NOIZZ: Bist du vor deinem ersten Deutschland-Konzert nervöser als sonst?

Skott: Oh ja! Meine Schwester lebt in Berlin, es ist das erste Mal, dass sie mich live sehen wird. Deswegen bin ich extrem aufgeregt ...

Auf der Bühne war die Aufregung aber dann doch verflogen Foto: Steffen Fritzsche / Noizz.de

Wo wir bei deiner Familie sind: Du bist in einer Art Hippie-Musiker-Kommune mitten im Wald aufgewachsen – hat Musik deswegen eine größere Bedeutung für dich?

Skott: Also, so eine richtige Kommune, wie man sich das immer so vorstellt, war das ja gar nicht! Es ist ja nicht so, dass wir da unser Essen nur von Bäumen gepflückt hätten, keine Autos oder Radios gehabt hätten.

Also alles nur ein wenig naturverbunder?

Skott: Ja, genau. Es war mehr wie ein etwas altmodisches, schwedisches Dorf mit viel Folklore. Wir hatten unsere eigenen Regeln, und jeder hatte dort seine Aufgabe.

Jeder hat irgendwie Musik gespielt, jeder zweite lustiger Weise Geige. Folk war unsere Sprache. Insofern hat mich das auch musikalisch geprägt.

Hat sich was verändert, als du von Zuhause weggegangen bist?

Skott: Na ja, ich hab vorher auch schon Großstädte wie Stockholm besucht, als ich noch jünger war. Aber auch heute noch merke ich, dass ich von einem wirklich abgeschiedenen Ort komme. Ich bin viel, viel laaaangsamer als all meine Freunde aus Stockholm.

Spiegelt sich das auch in deinem Musik-Stil wider?

Skott: Hmm, ich würde sagen, ich will, dass sich meine Musik natürlich anhört. Nicht gezwungen, zu verquer oder, dass sie versucht, irgendetwas Bestimmtes zu sein. Sie soll gleichzeitig überraschen. Wie wenn man auf ein Abenteuer geht!

Es ist natürlich Pop-Musik – was vieles sein kann, und genau darum liebe ich dieses Genre.

Musik-Journalisten würden jetzt sagen, es ist Indie-Pop, damit es sich cooler anhört ...

Skott: Haha, ja, das ist eine gute Bezeichnung für mich.

Auch auf der Bühne will Skott, dass ihre Musik wie ein Abenteuer klingt: Da gibt's Vogelgezwitscher und Wasserplätschern zwischen den Songs Foto: Steffen Fritzsche / Noizz.de

Gibt es denn Pläne für ein Album?

Skott: Klar gibt es die, ich arbeite im Moment dran. Ich hab einige Songs fertig, aber ich hab bisher für mich selber noch nicht genau herausgefunden, wie es klingen soll oder in welche Richtung es gehen soll.

Ich will, dass es sich auch wirklich wie ein Gesamtpaket anfühlt, deswegen schreibe ich solange weiter Songs, bis es genau passt. Ich möchte einen Mix aller meiner Facetten. Ich hoffe, ich kriege es bis Anfang nächsten Jahres hin. Davor werde ich bestimmt noch einige Songs veröffentlichen.

Bisher kamen deine Songs ja super an – Sogar Katy Perry und Lorde fanden sie toll.

Skott: Meine erste Reaktion darauf war: Was?! Oh mein Gott, hört sie überhaupt meine Musik? Wie kam’s denn dazu? Und dann twittern sie auch noch darüber. Verrrückt. Aber das macht mich echt glücklich.

Ein bisschen mehr Glitzer, und ein bisschen mehr Gloss können wir von Skott also auch in Zukunft erwarten. Bis dahin lauschen wir weiter ihren Songs.

Quelle: Noizz.de

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