Alles, was du zum Fidget Spinner wissen musst

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Fidget Spinner gibt es in zig Ausführungen Foto: Promo

Wer hat den Trend-Fummler erfunden? Und wie lange dreht sich so ein Teil?

Der Fidget-Spinner. Dieses kleine, sehr simple Spielzeug ist in den USA der absolute Hype. Aber auch Großbritannien hat er infiziert – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Deutschland an die Reihe kommt. Denn so richtig angekommen ist der Finger-Kreisel hierzulande noch nicht.

(Wir hatten ihn dir aber schon mal Video-mäßig erklärt)

Was ist ein Fidget Spinner?

Die Spinner sind kleine, meist dreizackige Spielzeuge, die in der Mitte Kugellager besitzen, womit man sie zwischen zwei Fingern um die eigene Achse drehen lassen kann.

Übersetzt heißt „Fidget“ so viel wie „zappelig“ oder „unruhig“. „Spinner“ bedeutet „Dreher“. Es ist also, wenn man so will, ein zappeliger Dreher.

Die ultimative Fidget-Spinner-Marke gibt es nicht und zur Zeit gibt es auf sie kein Patent. Das ruft die gesamten heimischen und fernöstlichen Hersteller auf den Plan, denn alle wollen etwas vom Hype abhaben.

Die meisten kaufen ihren Fidget Spinner natürlich auf Amazon, da es für die vielen kleinen Produzenten ziemlich einfach ist, ihr Produkt dort anzubieten. Die Top 10 der meistverkauften Spielzeuge ist beim Online-Riesen komplett mit Fidget Spinnern belegt – mit Ausnahme eines „Splash Toys“.

Momentan kostet so ein Ding zwischen 3 Euro (für simple Modelle) und 30 Euro für aufwendigere Typen. Neben dem normalen Drehen zwischen den Fingern kann man natürlich noch Tricks damit machen:

Bisher haben sich weltweit mehr als zehn Millionen von ihnen verkauft. Es wurde mit diesem kleinen Gerät also schon knapp eine viertel Milliarde US-Dollar umgesetzt.

Wie lange sich ein Fidget Spinner dreht, hängt von der Qualität des Kugellagers ab. Der durschnittliche Fidget Spinner dreht sich circa 3 Minuten lang. Teurere Modelle werden mit besseren Kugellagern ausgestattet und dadurch mit verlängerten Drehzeiten angepriesen – in unserem Test mehr als 5 Minuten!

Wer hat's erfunden?

Im Jahr 1993 erkrankte Catherine Hettinger aus Florida an einer Autoimmunkrankheit, die ihre Muskeln so schwächte, dass sie nicht mehr mit ihrer damals 7-jährigen Tochter Sara spielen konnte.

Sämtliche Spielzeuge fielen ihr einfach aus der Hand – die meisten Spiele schieden somit aus. Für sie eine absolute Katastrophe!

Fest entschlossen arbeitete sie an verschiedenen Designs für Spielzeuge, die sie benutzen kann. Daraus entstand der Fidget Spinner. Ihre kleine Sara liebte dieses Spielzeug, und beide spielten wie verrückt. 1997 fuhr sie mit dem Design nach Washington D.C., um es patentieren zu lassen.

Dann ging sie bei den großen Spielzeugherstellern Klinkenputzen. Hasbro lehnte ihr Design jedoch ab, weil die Firma nicht an einen Erfolg des Spinners glaubte. Jahrelang spielten nur Mutter und Tochter damit.

2005 verfiel das Patent darauf, weil sie die 400 US-Dollar für die Erneuerung des Patentes nicht berappen konnte.

Man denkt, dass der Hype sie zu einer mehrfachen Millionärin gemacht hätte. Auf Amazon ist das Gerät täglich ausverkauft. Aber leider verdient Catherine Hettinger nicht einen einzigen Cent mit ihrer Erfindung.

So sieht ihr Design im Patent aus Foto: freepatentsonline.com / Free Patents Online

Trotzdem versucht sie ihr Spielzeug auf Kunst- und Spielzeug-Flohmärkten in ganz Florida zu verkaufen. Dadurch schafft sie es immerhin, sämtliche Produktionskosten der ersten Modelle wieder einzuholen.

Heute lebt die Erfinderin in Armut

Die heute 62-Jährige musste erst kürzlich aus ihrem kleinen Haus in ein winziges Apartment ziehen. Aus Kostengründen muss sie sich sogar überlegen, das Handy abzuschaffen und stattdessen ein Kabeltelfon zu besorgen, damit sie sich überhaupt noch ein „Auto, dass auch fährt“ leisten kann, sagt sie in einem Interview mit dem Guardian.

Natürlich bedauert sie es sehr, dass sie sich das Patent nicht leisten konnte, bevor es verfiel. „Es würde vieles leichter machen. Ich hätte dann keine Probleme mehr.“

Ungehindert arbeitet sie in Minijobs als Ingenieurin und berät andere Erfinder in Florida bei ihren Projekten. Mit dem verdienten Geld und durch ein Kickstarter-Aufruf, versucht sie ein neues, eigenes Produkt zu entwickelt.

Der positive Nebeneffekt von Fidget Spinnern

Fidget Spinning wird als Therapie für ADHS-Patienten sowie Autisten und Patienten mit Angstanfällen eingesetzt. Durch die Fokussierung auf das kleine Gerät lernen die Patienten, sich zu konzentrieren und von ihrem Zustand abzulenken.

Mittlerweile gibt es extrem viele verschiedene Designs auf dem Markt und noch viel mehr trendende Posts auf Twitter. Nur eines konnte noch niemand so richtig erklären:

Wieso macht das profane Drehen der Fidget Spinner so viel Spaß?

Quelle: Noizz.de

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