Von Kacke im Bett bis Porno-Dreh: 4 typische Abifahrt-Geschichten

Luisa Hemmerling

Deutschrap, Kultur, Interviews
Teilen
621
Twittern

100 Prozent wahr! NOIZZ-User erzählen von ihren schlimmsten Abi-Fahrt-Erlebnissen.

Nach mindestens zwölf Jahren Schulbank ist eine ordentliche Runde Freidrehen mehr als verdient. Die Traumziele sind hierbei standardmäßig Lloret de Mar in Spanien oder Novalja in Kroatien. Partyhochburgen mit jeder Menge Sommer, Sonne und verkaterten Höllentagen.

Aber egal: Endlich keine Kurvendiskussionen mehr – dafür einen immer weiter steigenden Pegel!

Wie das so ist, wenn ein Haufen junger Menschen mit 20 Gallonen Bacardi-Cola in einem billigen Hotelzimmer abhängen: Es kann durchaus zu Turbulenzen kommen. Genau genommen sind diese so sicher wie das Amen in der Kirche. Dabei ist ein fetter Sonnenstich, weil man nach der Party so dumm war, am Strand einzuschlafen, noch harmlos.

Wir haben unsere User gefragt, was ihre schlimmsten Abi-Fahrt-Geschichten sind. Die Storys sind zwar erschreckend – wenn wir aber ehrlich sind, könnten sie so in jedem Freundeskreis schon mal passiert sein.

1. Simon: „Die Bullen sind korrupt“

Ort: Novalia

Problem: Die örtliche Polizei

Fürs nächste Mal gelernt: Mehr Bananen mitnehmen

„Meine Freunde und ich haben für unsere Abschlussfahrt mehrere Apartments gemietet, die von ein paar Securitys bewacht wurden. Eines Abends ist dann alles eskaliert:

Wie so oft fing es mit einem simplen Streit über irgendetwas Dummes an, anscheinend waren wir zu laut oder so. Die Securitys rücken an, es kommt zu ersten Auseinandersetzungen. Plötzlich schwingt die Stimmung rasant um: Der Security spuckt einem Abiturienten direkt ins Gesicht, dieser holt sofort mit der Faust aus, will den stabil gebauten Security schlagen.

Ein paar Mädels fangen an zu heulen, alle schreien aggressiv durcheinander, keiner weiß so recht, was los ist. In dem Chaos versuchen ein paar torkelnde Typen, ihren Kumpel zurückzuhalten, das einzige kroatisch sprechende Mädchen liegt besoffen in der Ecke.

Irgendjemand ruft die kroatische Polizei. Die kommt an, grüßt die Securitys mit Handschlag. Sie rauchen zusammen eine Kippe, ein Security holt eine Banane raus und teilt sie brüderlich mit den Polizisten. Erst dann wird uns klar: die Bullen sind korrupt.

Außer der Banane dürfte hier auch noch mehr Bestechungsgeld geholfen haben. Oder aber die Polizisten haben sich mit den Securitys verbrüdert, weil eben diese keine Lust haben, besoffene Touris im Zaum zu halten. Wie auch immer: Wir hatten keine Chance.

Wie der ganze Streit sich aufgelößt hat, weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich war definitv viel zu betrunken.“

2. Kevin: „Das ganze Geld war weg“

Ort: Lloret de Mar

Problem: Diebe

Fürs nächste Mal gelernt: Die Kohle in die Matratze einnähen

„Meine vier Kumpels und ich haben uns in Lloret ein Hotelzimmer geteilt. Am dritten Abend ziehen wir nach ein paar Drinks los. Mein bester Kumpel hatte keinen Bock auf Club, er geht in eine Bar nebenan. Wir hingegen gehen feiern, haben einen super Abend. Unser anderer Kumpel ging etwas früher zurück aufs Zimmer.

Er schließt die Tür auf und blickt in ein völlig verwüstetes Zimmer: Alle Schubladen sind aufgerissen, Badeshorts und Shirts sind im gesamten Zimmer verteilt, ein Nachttisch liegt auf der Seite, eine Glühbirne ist zerbrochen.

Der Kumpel rennt zum Club, wo wir schon jenseits von allem die Zeit unseres Lebens haben, und versucht, uns über die Musik zu erklären: „Jemand ist bei uns eingebrochen!“ Wir verstehen kein Wort, versuchen, ihn zum Tanzen zu animieren. Er, voll in Panik, schreit über die Musik: „JEMAND IST BEI UNS EINGEBROCHEN!!!“

Dann checken wir’s. Wir hetzen zurück zum Hotelzimmer und stehen perplex vor dem Chaos. Ein kurzer Blick in unsere Geldverstecke beweist: Das ganze Geld ist weg, zusammen mit unseren Wertsachen und Kulturbeuteln. Nur die Klamotten und Schuhe sind noch da.

Im betrunkenen Zustand versuchen wir die Polizei zu erreichen. Die Polizisten kommen an, benehmen sich etwas merkwürdig, nehmen Alibi-mäßig unsere Daten auf und gehen wieder. Wir haben nie mehr etwas von der Polizei gehört, nie unser Geld zurück bekommen. Ob unsere Deos auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden, haben wir auch nie herausgefunden.

An dem Abend, nachdem die Polizei verschwunden war, sind wir aber wieder ratlos zurück in den Club gegangen und haben weitergefeiert. Die Nacht war schließlich noch nicht vorbei und man muss Prioritäten setzen. Unsere Freunde mussten uns helfen, den Rest des Urlaubs zu finanzieren.“

3. Daniel: „Also hat er ihm einfach ins Bett gekackt“

Ort: Novalja

Problem: Toilettengänge

Fürs nächste Mal gelernt: Der letzte Joint regt die Verdauung an

„Markus und Peter, zwei Freunde von mir, waren schon im Streit, seit wir in Novalja ankamen. Bis heute weiß ich nicht ganz genau, was passiert ist und wieso die sich nicht mehr einkriegen konnten. Ich vermute, dass es um ein Mädchen ging.

An einem der letzten Abende waren wir dann alle zusammen feiern, der eine der beiden Streithähne, Markus, kam nicht mit. Als wir zurück ins Zimmer kommen sticht uns beim Aufschließen ein strenger Geruch in die Nase.

Wir machen das Licht an und sehen schnell den Übeltäter: ein Kackhaufen. Ohne Scheiß: mitten auf Peters Bett. Ist klar, dass wir vor Lachen auf dem Boden lagen.

Der Kackhaufen war da, von Markus aber keine Spur – bis wir ihn völlig bekifft mit ein paar anderenirgendwo auf einer Parkbank finden, hart am Chillen.

Er sagte, er könne sich selber gar nicht mehr so super dran erinnern, im Nachhinein behauptet er nur, er wäre sauer gewesen. Also hat er Peter einfach ins Bett gekackt. Tiefer Hass war es wohl nicht. Nur ein Joint zu viel.“

4. Sabine: „Jetzt nimmt sie ihn in den Mund!“

Ort: Sorrent

Problem: Ein Porno-Hotel

Fürs nächste Mal gelernt: Vorbereiten aufs Statistendasein im Porno

„Sagen wir mal direkt raus, wie's war: Wir wollten Kohle sparen. Da Sorrent nicht weit weg von Neapel, Amalfi, Capri und all den an anderen krassen Hotspots ist, wählten wir eine kleine Pension in Sorrent. Sogar mit Privatstrand in einer Bucht! Vor unserem inneren Auge sahen wir schon geile Beach-Partys.

Also checkten wir ein, es gab sogar ein Zimmer mit Balkon und Meerblick. La dolce vita. So weit, so gut. Am nächsten Morgen öffnen wir unsere Balkontür, schön auskatern. Was wir dann sahen, war wie aus einem schlechten Jersey-Shore-Skript!

Am bereits erwähnten Privatstrand tummelten sich etwa zehn Leute. Eine rote Decke mit Sonneschirm, Kamera-Mann und Tontechniker, zwei Mädels im Klischee-Baywatch-Badeanzug und ein italienischer Macho-Mann im Speedo.

Zuerst dachten wir, wir würden einen Musikvideo-Dreh oder so miterleben. Aber dann zog eine der beiden Damen dem Kerl den Speedo aus und nahm seinen Schwanz in den Mund. Vor unseren Augen! Und es ging noch weiter: Später stellten wir fest, dass die Crew das Zimmer neben uns, ebenfalls mit Balkon, auch gemietet hatte. Für weitere explizite Szenen!

Wir sind fest davon überzeugt, in irgendeinem billigen italienischen B-Porno im Hintegrrund zu sehen zu sein – ohne uns darauf vorbereiten zu können. Beim nächsten Mal lesen wir vielleicht Tripadvisor und Co., bevor wir ein Hotel buchen!“

Themen

Party Drogen Einbruch Chaos Diebstahl Abitur Abifahrt Lloret de Mar Novalja
Kommentare anzeigen

Auch spannend

Mehr