Wahre Freunde sind trotzdem besser ...

So oft heißt es Liebe ist unbezahlbar. Aber „Schein-Liebe“ gibt es jetzt in Japan zu kaufen.

Die Firma Family Romance hat es sich zur Aufgabe gemacht, die „personellen Lücken“ in deinem Leben zu füllen. Dafür sind etwa 800 Schauspieler zuständig, von Kindern bis Senioren, die alle Rollen einnehmen können.

Wer also bei der nächsten Familienfeier nicht ohne Partner dastehen möchte oder der eigenen Familie beweisen will, dass man sich mit seinen Kollegen gut versteht, kann einfach einen Schauspieler mieten.

Eigentlich ist der Hintergrund der Firma aber ernster: Die erste Rolle des Firmengründers Ishii Yuichi war die eines Vaters. Sein angeblicher Sohn durfte eine Privatschule nicht besuchen, weil seine Mutter alleinerziehend war. Yuichi sprang daher ein, erzählte er der Zeitung The Atlantic.

Erfolgreich war diese Aktion nicht, aber sie bereitete den Weg für Family Romance. Immer wieder wird er mit solchen harten Realitäten konfrontiert. Ein Mädchen wurde beispielsweise gemobbt, weil sie keinen Vater hat. Die Mutter reagierte und buchte Yuichi.

Inzwischen ist er seit acht Jahren ihr „gemieteter“ Vater. Das Mädchen glaubt sogar, er sei ihr leiblicher Vater. Sie gehen gemeinsam shoppen oder ins Disneyland. Für vier Stunden zahlt die Mutter etwa 200 Dollar, plus die benötigten Auslagen.

Yuichi sagt, das Mädchen liebe ihn. Er fühle sich manchmal schuldig, dass er alles nur faked.

Oft spiele er auch den Traummann. Einige Kundinnen hätten ihm sogar einen Heiratsantrag gemacht. Daraufhin antworte er nur „Du bist in ein Bestellformular verliebt. Das bin nicht ich – das ist nur das Schauspiel.“

Eine Hochzeit kostet übrigens etwa 17.000 Dollar, inklusive 50 Fake-Verwandten und Bräutigam.

Aussuchen kann man sich die Wunsch-Partner, -Väter, -Freunde und Co. anhand eines Formulars. Dort gibt man alle gewünschten Features an: Mit oder ohne Bart, streng oder liebevoll, classy oder casual.

Die Nachfrage wachse stetig, sagt Yuichi. Und das obwohl man ein Leben lang mit einer Lüge leben müsse.

Quelle: The Atlantic