Radprofi Dege: An meinem Geburtstag habe ich bei -12 Grad trainiert

Lukas Dombrowski

Sport, Sprachen, Speisen
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John Degenkolb Foto: Isaac Papadopoulos

In der Saisonvorbereitung musste John Degenkolb sich an sein neues Team gewöhnen. Die erste Belohnung hat es schon gegeben.

Neues Team, neues Glück. Im neuen Jahr fährt Rennrad-Profi John Degenkolb, 28, für Trek-Segafredo, ein Team gesponsert vom Fahrradhersteller Trek und der Kaffeemarke Segafredo. Im Winter hat er die Grundlage für ein erflolgreiches Jahr mit den neuen Kollegen gelegt.

1500 Wochenkilometer und -12 Grad.

Bis zu 1500 Kilometer hat er pro Woche (!) auf dem Rennrad abgerissen, das ist ungefähr die Strecke von Sylt in die Toskana. „Je näher die Wettkämpfe kommen, desto weniger werden die Gesamtkilometer, aber die Qualität des Trainings wird angepasst.” Das Training ist dann kürzer, aber intensiver, die Belastung mehr wie in einem Rennen.

Eis und Schnee sind für John Degenkolb dabei keine Gründe, im kuscheligen Wohnzimmer zu bleiben: „Dieses Jahr gab es viele verdammt kalte Tage. Ich glaube der kälteste war um die minus 12 Grad, mein Geburtstag. Da war ich mit ein paar Trainingskumpels am Feldberg (Hessen) auf dem Mountainbike unterwegs. Wir hatten Eiszapfen an den Augebrauen."

Eine Mischung aus erstem Schultag und Auslandssemester

Im Trainingslager auf Mallorca konnt er seine neuen Teamkollegen, unter anderem Ex-Tour-de-France-Sieger Alberto Contador, dann richtig kennenlernen. „Das ist ein bisschen wie an einem ersten Schultag in einer neuen Klasse, der Neue wird erstmal abgecheckt. Aber in meinem Team war das echt easy, alle sind cool drauf.”

Die Atmosphäre im Trainingslager beschreibt ,Dege' als „sehr hartes Auslandssemester. Eins, das von morgens bis abends mit Lernen voll gestopft ist. Und bei dem abends der Besuch in der Studi-Kneipe streng verboten ist.”

Erstes Rennen, erster Sieg

Seit Anfang Februar fährt John die ersten Rennen im neuen Jahr. Seine großen Saisonziele sind zwar die großen Eintagesrennen im Frühjahr, aber bisher läuft es ganz anständig. Bei der Dubai-Tour holte er im ersten Rennen im neuen Team gleich den ersten Etappensieg. „Das war ein Traum, viel besser kann es eigentlich gar nicht laufen. Ich bin froh, weil ich damit schon mal etwas von dem Vertrauen, das alle in mich gesetzt haben, zurückzahlen konnte.”

Er gewann ausgerechnet die Etappe, bei der ein Sandsturm das Feld der Fahrer durcheinander brachte. „Geil. Ich mag es, wenn die Rennen richtig hart sind. Das war total bekloppt.”

Gerade hat John das traditionsreiche Etappenrennen ,Paris-Nizza' beendet. Bei zwei von acht Etappen landete er dabei auf dem Treppchen – einmal als Zweiter und einmal als Dritter.

Er ist also bereit für die heiße Phase der Frühjahrssaison. Am 18. März Woche wird es dann bei ,Mailand-Sanremo' ernst. Was Dege beim ersten, sogenannten „Monument des Radsports”, so erlebt, erfahrt ihr hier bei NOIZZ.

Zur Person

John Degenkolb

07.Januar 1989 in Gera

Wohnt in Frankfurt am Main

Ist verheiratet und hat einen Sohn

Quelle: Noizz.de

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