Beim Portal IMDb kannst du Filme jetzt feministisch bewerten

Katja Belousova

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„Frozen" ist einer der wenigen Filme mit Triple-F-Rating Foto: Mike Mozart / flickr.com

Nach einem kleinen Test, seht ihr Filme mit anderen Augen.

Trotz Hollywoodgrößen wie Sandra Bullock oder Merly Streep haben Frauen im Film einen schweren Stand. Vor allem, wenn man hinter die Kamera schaut. Obwohl es viele gute Regisseurinnen gibt, schaffen es nur die wenigsten Frauen nach ganz oben. So war Kathryn Bigelow bisher die einzige Frau, die jemals einen Oscar im Regiefach gewann.

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Um Frauen im Filmbusiness mehr Aufmerksamkeit zu geben und sie zu fördern, wurde 2014 das F-Rating ins Leben gerufen – und jetzt sogar vom Filmportal IMDb übernommen. Das F-Rating bewertet einen Film danach, ob er eine weibliche Regisseurin, Drehbuchautorin und komplexe weibliche Charaktere hat. Sind alle Kategorien erfüllt gibt es ein Triple-F-Rating.

Dafür ließ sich Initiatorin Holly Tarquini, Chefin des Film Festivals im englischen Bath, vom feministischen Bechdel-Test inspirieren. Anhand von drei kurzen Fragen kann man dabei testen, inwiefern ein Film sich weiblicher Stereotypen bedient: Gibt es mindestens zwei Frauenrollen? Sprechen sie miteinander? Und unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann?

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Einige Kinos und Festivals hatten das F-Rating schon angewandt, jetzt zieht die Filmdatenbank IMDb nach. Dort kann man nun explizit Filme danach aussuchen, wie gut ihr F-Rating ist.

Das Problem: Auf der Seite des jeweiligen Films kann man selbst aber nicht erkennen, wie gut der Streifen in Sachen Frauenpower abschneidet. Dabei würde es den IMDb-Betreibern keinen Abbruch tun, wenn Filme wie „Frozen“, „American Honey“ oder „The Virgin Suicides“ ein FFF-Label bekämen.

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Dennoch: Wenn man nur einmal etwas vom Bechdel-Test oder dem F-Rating gehört hat, ertappt man sich immer wieder dabei, wie man Filme nach den feministischen Kategorien bewertet. Und es ist schockierend, wie viele eigentlich tolle Filme nach diesem Gesichtspunkt grandios durchfallen: „Gladiator“, „Reservoir Dogs“ oder „Der Herr der Ringe“ sind nur einige Beispiele.

Allein dadurch, dass man anfängt, die Filmindustrie zu hinterfragen, ist der erste Schritt in Sachen Gleichberechtigungs-Bewusstsein getan. Vielleicht überkommt das ja bald auch die Produzenten – spätestens dann, wenn keiner mehr ihre von Männern gemachte Filme über Männer mehr gucken will.

Quelle: Noizz.de

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