Ai Weiwei baut 100 Zäune für Flüchtlings-Ausstellung – in ganz New York

Manuel Lorenz

Redaktionsleiter NOIZZ.de
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Solche Käfige könnten bald in New York stehen Foto: Ai Weiwei Studio

Warum der chinesische Künstler das macht ...

Ai Weiwei ist ja nicht nur Künstler, sondern auch Aktivist. In der jüngsten Vergangenheit hat er sich immer wieder mit der Flüchtlingskrise beschäftigt; in Berlin verkleidete er letztes Jahr zum Beispiel das Konzerthaus mit grell-orangefarbenen Schwimmwesten.

Jetzt verwirklicht der provokante Chinese in New York sein bisher größtes Projekt. Es heißt „Good Fences Make Good Neighbours“ und thematisiert die Ausgrenzung von Einwanderern und Geflüchteten. Der Titel zitiert das Gedicht „Mending Wall“ des US-Dichters Robert Frost.

Ai Weiwei wird für seine Ausstellung in der ganzen Stadt über 100 Metallzäune errichten lassen, an Orten wie dem Flushing-Meadows-Park in Queens, dem Cooper-Union-Gebäude in Manhattan und dem Doris C. Freedman Plaza, einer sehr touristischen Ecke des Central Parks.

Nationalismus und geschlossene Grenzen

Eine Installation über Einwanderung und Flucht passt natürlich perfekt in eine Stadt wie New York. Sie ist von Migranten geprägt wie kaum eine zweite, die Freiheitsstaute verhieß Flüchtlingen aus der ganzen Welt lange Zeit Hoffnung auf ein neues, friedvolles Leben.

Weiwei lebte in den 80er Jahren selbst im Big Apple. Gegenüber der New York Times sagte er: „Als die Berliner Mauer fiel, gab es 11 Länder mit Grenzzäunen und -mauern. 2016 ist diese Zahl auf 70 angewachsen.“ Es würde immer mehr Nationalismus geben, immer mehr geschlossene Grenzen. Migranten und Flüchtlinge – Opfer von Krieg und Globalisierung – würden zunehmend ausgeschlossen.

Finanziert wird die Ausstellung vom Public Art Fund, der dieses Jahr sein 40. Jubiläum feiert. Sie eröffnet am 12. Oktober 2017.

Quelle: Noizz.de

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