Wie eine App einen Obdachlosen von der Straße holt

Sebastian Gubernator

Politik & Freizeit
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Hoffnung für einen Obdachlosen (Symbolbild) Foto: Flickr.com / CC Pedro Ribeiro Simões / Noizz.de

Angefangen hat alles im Krankenhaus.

Seit drei Jahren lebt Andreas auf der Straße. Er verlor seine Arbeit, seine Gesundheit, wurde obdachlos – klassische Stationen auf dem Weg nach unten.

Jetzt will ihm jemand helfen, zurück nach oben zu kommen, in die Mitte der Gesellschaft: Dennis, ein junger Mann, der Andreas im Krankenhaus in Mainz kennengelernt hat. Die beiden teilten sich dort ein Zimmer, schreibt das Online-Magazin Merkurist.

Die User boten Kleidung und Schuhe

Dennis veröffentlichte einen Spendenaufruf auf Jodel, einer App für Studenten. Andreas habe „wirklich eine traurige Geschichte“, schrieb er. Deshalb wolle er ihm helfen. Jodel folgt einem einfachen Prinzip: Die Beiträge werden anderen Nutzern in einem Radius von zehn Kilometern angezeigt. Auf den Spendenaufruf reagierten Dutzende Menschen. Sie boten Kleidung und Schuhe an, spendeten Geld. Binnen drei Tagen kamen 270 Euro zusammen.

Ohne Wohnsitz gibt es keinen Job

Dennis will jetzt für Andreas so viel Geld sammeln, dass er damit mehrere Monatsmieten zahlen kann. „Es ist ein Teufelskreis, denn Vermieter geben ihm ohne Job keine Wohnung, und Arbeitgeber geben ihm ohne Wohnsitz keinen Job“, sagte Dennis zu Merkurist. „Wenn er genug Geld hat, um die Wohnung mehrere Monate zu zahlen und dann einen Job bekommt, kann er selbst Miete zahlen.“

Vielleicht hat Andreas bald wieder eine Wohnung, findet einen Job – dank einer App und hilfsbereiter Menschen.

Quelle: Noizz.de

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