Horror Heuschnupfen: Leidensbericht über die ätzendesten Wochen des Jahres

Larissa Königs

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In den Pollen-Hochphasen ist Heuschnupfen schlimmer als eine Erkältung
In den Pollen-Hochphasen ist Heuschnupfen schlimmer als eine Erkältung Foto: dpa picture alliance

Rote Augen, dicke Nase, miese Laune ...

Hatschi, es geht schon wieder los. Jedes Jahr wieder verdränge ich bis zur letzten Sekunde, dass irgendwann wieder die Haselnuss blüht. Wenn ich im Februar niese, denke ich natürlich zuerst an eine Erkältung. Auch noch beim zweiten Niesen. Doch spätestens, wenn ich im März eine Taschentuchpackung nach der anderen verbrauche, weiß ich: Der Horror Heuschnupfen hat wieder begonnen.

Seit der Pubertät hat sich mein Körper entschieden, dass er Pollen nicht mehr mag. Nicht alle, aber die Frühblüher. Das heißt, sobald sich Haselnuss, Birke, Erle und Pappel dazu entscheiden zu blühen, reagiert mein Körper im wahrsten Sinne des Wortes allergisch. Das bedeutet: juckende Augen und laufende Nase.

Soweit, so erkältungs-typisch-nervig. Doch der Unterschied von Heuschnupfen und Erkältung ist, dass die Allergie ein Dauerzustand ist. Während die Erkältung nach spätestens zehn Tagen überwunden ist, dauert der Heuschnupfen – je nachdem, gegen was man allergisch ist – mehrere Wochen oder Monate.

Was am Anfang noch erträglich ist, wird nach einigen Tagen nur noch ätzend: Die juckenden Augen sind dauerhaft rot und schwellen komplett zu. Der Hals wird immer kratziger. Die laufende Nase wird wund und rot und röter. Weil sie nachts verstopft ist, schlafe ich schlechter bis gar nicht. Und mit jedem Tag wird meine Laune mieser.

Meine einzige Rettung: Ceterizin. Diese kleinen weißen Tabletten schlucke ich täglich zweimal und schaffe es so, zu überleben. Blöd nur, dass ich keine Ahnung habe, was in den Pillen eigentlich drin ist und wie und warum sie wirken. Ich weiß nur, dass ich von den Tabletten ziemlich müde werde. Nur schlafen kann ich ja nicht besonders gut. Super.

Bevor die Besserwisser kommen: Ja, ich habe eine Hypersensiblisierung in Betracht gezogen. Dabei wird dem Allergiker einmal pro Woche eine Spritze mit dem Stoff, gegen den man allergisch ist, in den Oberarm gerammt. Zwei Jahre lang. Trotz meiner Spritzen-Angst habe ich tatsächlich darüber nachgedacht. Doch das Problem ist, dass die Therapie in vielen Fällen nicht anschlägt oder – noch schlimmer – sich eine neue Allergie ausbildet. Mein Onkel war nach der Hypersensibilisierung nicht mehr gegen Frühblüher allergisch, aber dafür gegen Gräser. Toller Tausch.

Was hilft also?

Hausmittelchen und Vermeidungstaktik. Gegen rote Augen lege ich Wattepads in Kamillentee ein und danach in die Tiefkühltruhe – die Kombination aus beruhigendem Tee und Kälte hilft super gegen Schwellungen. Gegen Halskratzen und allergisches Asthma hilft heißer Hagebutten-Tee mit Tollkirsche, da sich Gefäße erweitern. Da Tollkirsche in größeren Dosen giftig ist, sollte man sich den Tee unbedingt in der Apotheke anmischen lassen.

Für die Vermeidungstaktik geht man einfach allen Pollen aus dem Weg. Lange Frühlingsspaziergänge oder Picknicks sind sowieso verboten. Aber auch in den eigenen vier Wänden gilt es, die Pollen auszuschließen! Gelüftet wird nur nach 22 und vor sechs Uhr. Die Pollen werden abends beim Duschen aus den Haaren gewaschen, und die Klamotten wandern selbstverständlich direkt in einen Wäschekorb, der natürlich nicht im Schlafzimmer steht.

Mit diesen Tipps übersteht hoffentlich auch ihr den Horror Heuschnupfen – in diesem Sinne starke Nerven, viele Taschentücher und viel Regen an alle, die jetzt genauso leiden wie ich. Hatschi!

Quelle: Noizz.de

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