Schmuggler haben es am häufigsten auf dieses Tier abgesehen

Robin Kittelmann

Politik, Gesellschaft, Motor
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2,7 Millionen getötete Tiere allein jedes Jahr in Afrika Foto: African Wildlife Foundation

Nun ist es vom Aussterben bedroht ...

Vermutlich werdet ihr dieses Tier niemals in eurem Leben sehen.

Ihr dachtet Schneeleoparden, Elefanten, Nashörner oder Wale wären die meistgejagten Tiere auf unserem Planeten? Falsch gedacht!

Es ist das Pangolin. Auf der Hitliste des Schwarzmarktes steht es ganz oben. Auch bei den meistgejagten Tieren belegt das Pangolin Platz 1.

Was zur Hölle ist ein Pangolin?

Das Pangolin ist ein Schuppentier. Insgesamt gibt es acht Arten, vier davon leben in Asien, die anderen in Afrika. Aber alle stehen bereits auf der roten Liste der bedrohten Tierarten.

Die Tiere haben keine natürlichen Feinde. Droht ihnen Gefahr, rollen sie sich wie Igel zu einer Kugel zusammen. Ihr Schuppenpanzer macht bis zu einem Drittel ihres gesamten Körpergewichtes aus. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Ameisen und Termiten, die sie mit ihrer über 40 Zentimeter langen Zunge aufnehmen.

Ein Pangolin kann ein Gewicht von rund 1,5 Kilo erreichen Foto: Libassa Wildlife Sanctuary

Klingt eigentlich nach einem gechillten Leben

Doch der Mensch macht den Tierchen einen Strich durch die Rechnung. Das Pangolin ist das meistgejagte Tier der Welt. Laut einer Studie der University of Sussex werden allein in Afrika jährlich ca. 2,7 Millionen Tiere gefangen oder getötet.

In Asien gilt Pangolin-Fleisch als Delikatesse und wird auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen verkauft. Seit 2016 ist der Pangolin-Handel weltweit verboten, das hat den Schwarzmarkt nur noch wachsen lassen.

Außerdem spielen einzelne Körperteile der Tiere eine wichtige Rolle bei alten Ritualen. Ihren Schuppen wird eine starke Heilwirkung nachgesagt. Sie sollen angeblich auch gegen Krebs und Hautkrankheiten wirken, wenn sie zu Pulver zermahlen ins Essen und in die Getränke gemischt werden.

Das Pangolin kam nicht nur uns merkwürdig bekannt vor Foto: Matthew Hart / nerdist.com

Das ist aber bewiesenermaßen Schwachsinn, da die Schuppen aus Keratin bestehen, ihr könntet also auch einfach eure Fingernägel essen in der Hoffnung, sie hätten Heilkräfte.

Erst vor wenigen Tagen wurden Schmuggler in der Elfenbeinküste verhaftet, die drei Tonnen Pangolinschuppen verschiffen wollten. Für diese Ladung mussten ca. 4000 Tiere sterben.

Viel ist über das Pangolin leider noch nicht bekannt. Forscher und Tierschützer fürchten nun, dass die scheuen Tierchen ausgestorben sein könnten, bevor die Forschungen abgeschlossen sind.

Wie genau der Pangolin-Schmuggel eingeschränkt werden könnte, ist zurzeit unklar.

Quelle: bild.de

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