Zwei Deutsche haben einen Burger aus Würmern erfunden

Alina Leimbach

Pop & Politik
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So sieht der Mehlwurm-Burger aus Foto: dpa Susann Prautsch / dpa picture alliance

... und der soll ziemlich lecker schmecken.

Schon vor einigen Jahren hat die Welternährungsorganisation FAO Insekten als Nahrungsquelle der Zukunft gepriesen. Nun haben zwei angehende Lebensmitteltechniker in Frankfurt einen Burger aus Mehlwürmern entwickelt und dafür ihre eigenen kleinen Larven gezüchtet.

Wir haben mit Maximilian Busse, einem der beiden Entwickler des Krabbel-Burgers, gesprochen.

NOIZZ: Hey Max, wie schmeckt denn ein Mehlwurm-Burger?

Maximilian Busse: Also mir und meinen Freuden gut. Denn die Tiere schmecken erst einmal recht neutral. Außerdem haben mein Kollege Daniel Terweiden und ich in mehreren Testläufen 'ne gute Würzmischung erarbeitet. Der Geschmack wird auch noch mal besser, wenn man sie mit Süßkartoffeln und Bananen füttert. Das haben wir gemacht.

Wie zur Hölle seid ihr auf die Idee für den Krabbel-Burger-Pattie gekommen?

Maximilian: Also erst mal krabbelt da nichts mehr. Und so abwegig, wie viele das glauben, ist Wurmfleisch nicht. In Asien sind Würmer ziemlich verbreitet als Nahrung. Ich hab darüber mal 'nen Text gelesen und dann gedacht: Das könnte man doch für unsere Abschlussarbeit mal austesten.

Aber warum Wurm essen, wenn ich Rindfleisch haben kann?

Maximilian: Es spricht einiges für den Mehlwurm. Er hat zum Beispiel mehr Protein als Rindfleisch und außerdem viele ungesättigte Fettsäuren. Also fast wie Fisch. Und er ist klimaschonender.

Was hat denn mein Wurm mit dem Klima zu tun?

Maximilian: Zur Produktion eines Kilos Rindfleisch braucht man etwa 15.000 Liter Wasser. Ein Kilo Wurmfleisch verbraucht nur einen einzigen Liter Wasser. Sie stoßen auch deutlich weniger CO2 aus.

Okay. Es spricht also eine ganze Menge für den Wurm. Wo krieg ich den Wurm-Burger?

Maximilian: Leider gerade noch nirgends. Das ganze war erst einmal nur ein Projekt in unserer Abschlussarbeit zum Lebensmitteltechniker. Dass wir den Burger wirklich verkaufen, hatten wir da nicht geplant. Allerdings ist die Resonanz gerade sehr groß, dass wir schon überlegen, wie wir weiter machen können.

Bislang ist auch noch keine Firma auf uns zugekommen. Außerdem ist da noch der Punkt mir dem Verkaufsrecht: Bislang dürfen Würmer in Deutschland nicht als Lebensmittel verkauft werden. In Belgien und den Niederlanden schon, da gibt es sogar schon andere Wurm-Burger. ich selbst sehe keine Gründe, warum man Würmer nicht auch essen sollte. In anderen Ländern werden sie schon jahrhundertelang gegessen.

Quelle: Noizz.de

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