Bangkok will sein Streetfood verbieten

Miron Tenenberg

1000 Berlin XX
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Street food stall outside National Stadium, Bangkok Foto: David McKelvey / flickr.com

Das Aus für Bangkoks Sensation.

Verdammt, warum ausgerechnet die Garküchen? Bangkok hat viele Sehenswürdigkeiten, viele Plätze und viele Orte, welche die lange Reise rechtfertigen. Aber gerade die Straßenküche Bangkoks ist über alle Grenzen hinweg bekannt. Obwohl ich noch nie in Thailand war und es wohl auch diesen Sommer nicht dorthin schaffe, sind es doch die Garküchen, die mich aus der Ferne unglaublich verzaubern.

Wo man isst, da lass dich nieder

Jede Reise geht bei mir durch den Magen. Das meiste Geld gebe ich für Essen aus, und üblicherweise habe ich nach dem Urlaub mehr zugenommen als mein Koffer auf dem Rückflug schwerer geworden ist!

Das ist gelebter Gastro-Tourismus. Ich will das Land schmecken: Der sinnliche Reiz von Salz und Fett, Gebratenem und Gedünstetem, von all den weltlichen Geschmäckern, die es hier im Alltag nicht gibt, ist für mich das Anziehende im Ausland.

Jetzt hat die Bangkok Metropolitan Administration entschieden, die Yaowarat und Khao San Road bis zum Jahresende zu schließen. Das Ausland protestiert, aber die thailändischen Stadtverwaltung schert sich einen Scheiß darum.

Sie wollen, dass die 8,5-Millionen-Einwohner-Stadt sauberer und sicherer wird und die Fußgänger mehr Platz haben – im Grunde nachvollziehbare Wünsche.

Weltbekannt

Zwei Jahre in Folge stand Bangkok auf Platz 1 der besten CNN Streetfood-Küchen. Doch das beeindruckt Wanlop Suwandee, der im Gouverneursbeirat Bangkoks sitzt, nicht. Er freue sich zwar über die Auszeichnung, aber die Prioritäten sind klar und jetzt müssen die Straßenverkäufer restlos weichen. Das betreffe alle 50 Bezirke der Stadt.

Die Entscheidung, Bangkok von den Garküchen zu befreien, ist jedoch strittig. Der Präsident des Khao San Wirtschaftsrates, Piyabutr Jiuramonaikul, weiß jedoch nichts von diesen Plänen. Er kündigte an, die Entscheidung nicht einfach so hinnehmen zu wollen und nach einer Lösung für beide Seiten zu suchen. Vielleicht könne man ja einen Platz finden, auf dem die Garküchen ihre Speisen anbieten dürften.

Market Foto: Marketa / flickr.com

Danke, Herr Jiuramonaikul, durch Ihren Einsatz bleibt mir die Hoffnung, dass die Garküchen, die seit Jahrzehnten das Straßenbild ihrer Stadt prägen, auch für mich noch geöffnet haben werden. Ich würde nämlich sehr gerne mal bei Ihnen vorbeikommen und am Straßenrand ein krosses Kai Yang oder eine herrliche Tom Yum Gung essen.

Quelle: Noizz.de

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