Chris Brown schenkt seiner Tochter einen Affen – das darf nicht sein!

Alina Nöth

Politik, Lifestyle, Reisen
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Dieser kleine Seidenaffe wird kein glückliches Leben führen Foto: satit / Fotolia

Deutschland, das geht besser!

Ja, Affen sind süß. Und ja, ich kann verstehen, warum manche Leute Affen als Haustiere halten wollen. Justin Bieber brachte 2013 einen Kapuzineraffen nach Deutschland. Er musste zwar dafür zahlen – aber nicht etwa, weil der Affe in die Wildnis gehört, sondern weil die richtigen Papiere fehlten.

Jetzt hat Hip Hop Star Chris Brown seiner dreijährigen Tochter auch einen Haustier-Affen geschenkt. Er postete ein Video von den beiden auf Instagram. Und hat glatt einen Shitstorm kassiert. Zu recht!

Denn Affen gehören nicht in einen Privathaushalt. Es zerstört die Tiere innerlich.

Man kann sie nicht artgerecht halten!

Sie haben nämlich ein komplexes Sozialverhalten, brauchen spezielle Nahrung und haben einen hohen Platzbedarf. Das kann ihnen niemand in einem Privatheim bieten.

Die falsche Haltung kann zu Krankheiten, Mangelerscheinungen und Verhaltensstörungen bei den Tieren führen. Die Folge: Viele Halter sind einfach maßlos überfordert. Ich selbst habe das während meines Freiwilligendienstes in der Affen-Auffangstation Monkeyland in Südafrika erlebt: Leute kamen mit ihren „Schützlingen“ in einer Transportbox zu uns, gaben sie uns in die Hand mit den Worten „Ich kann nicht mehr, nehmt meinen Affen“.

So geht es vielen. Denn so süß Kapuzineraffen und Co. auch sind. Spätestens sobald die Tiere geschlechtsreif sind, werden sie rebellisch, randalieren in der Wohnung, pinkeln überall hin und beißen auch mal kräftig zu. In manchen Fällen können sie sogar lebensgefährlich für Menschen werden und Krankheiten übertragen.

Sprich: Es ist scheiße für die Affen UND für euch!

Und trotzdem ist es in Deutschland erlaubt, Affen zu halten. Laut Paragraph 7 der Bundesartenschutzverordnung muss man lediglich ausreichende Kenntnisse über die Haltung und Pflege der Tiere haben, sie bei der zuständigen Behörde melden und die Herkunft nachweisen. Das war's. Allerdings lassen sich weder die Haltungsbedingungen noch die generelle Registrierung der Tiere kaum kontrollieren, wie die Tierschutzorganisation Pro Wildlife erklärt.

Die beliebteste Affenart sind laut der Organisation Weißbüscheläffchen. Diese kann man online für gerade einmal 125 Euro bekommen. So was kann ich nicht verstehen! Teilweise werden sogar international streng geschützte Arten wie Plumploris oder Menschenaffen wie Schimpansen zum Kauf angeboten.

Weißbüscheläffchen werden von den Deutschen am liebsten gehalten Foto: titipong8176734 / Fotolia

Die Anschaffung der Primaten ist zu einfach. Da sollte die Gesetzeslage klarer und härter sein. Ja, das Problem betrifft vielleicht nicht viele. Aber immer mehr Leute halten Affen zu Hause.

Das darf nicht unbeachtet bleiben!

Chris Brown sollte eigentlich ein Vorbild sein. Durch sein Verhalten fordert er Fans geradezu heraus, ihm nachzueifern und einen Affen zu kaufen. Aber Affen gehören nicht in Haushalte. Das schadet ihnen und den Menschen. Dass das so schwer zu verstehen ist, kann ich nicht begreifen.

Quelle: Noizz.de

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