Vom Hitler-Käfer zur Beyoncé-Fliege: Tiere, die nach Promis benannt sind

Alina Leimbach

Pop & Politik
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"Trumpi" Foto: Dr. Vazrick Nazari / wikicommons

Bei einigen passt es richtig gut.

1937 fand ein glühender Hitler-Fan einen bis dato unbekannten Käfer in Slowenien. Um sein Idol zu ehren, nannte er den Käfer Anophthalmus Hitleri. Ein irgendwie dann doch sehr passender Name für das Tier aus der Reihe der Laufkäfer.

Der Adolf-Hitler-Käfer (Anophthalmus Hitleri)

Denn der Hitler-Käfer gehört zu den invasiven Arten. Er dringt in fremde Höhlen ein und macht dort Jagd auf andere Insekten. Und er ist halt einfach mal unifarben-braun. Umbenannt werden, darf der Käfer nicht. Denn wenige Dinge in dieser Welt sind so unveränderlich wie die Taxonomie der Arten und Pfalzen. Einmal benannt, können sie nie wieder geändert werden.

Ein Exemplar des braunen Anophthalmus Hitleri Foto: Michael Munich / wikicommons

Die Jennifer Lopez-Wassermilbe

Die Wassermilbe Litarachna Lopezae Foto: Vladimir Pešić, Tapas Chatterjee, Monica Alfaro, and Nikolaos V. Schizas. / wikicommons

Tja, also was eine Wassermilbe mit J.Lo zu tun hat, wissen wir auch nicht. Besonders schön sieht sie ja nicht aus. Der Name (Litarachna lopezae) ist dennoch eine kleine Ehre. Denn diese Wassermilbe wurde in 70 Meter Tiefe gefunden – so tief hatte man zuvor noch keine Milben dieser Art entdeckt.

„Bei unserer Forschung haben wir öfter Jennifer Lopez gehört, und das hat uns gute Laune gemacht”, erzählte ein Forscher dem Guardian. Als Dank für die gute Laune sei die Milbe dann nach der Pop-Ikone benannt worden.

Obama-Fisch, Obama-Vogel, Obama-Spinne

Der Obama-Fisch Etheostoma obama Foto: Blake Markwell / flickr.com

US-Präsident außer Amt und Champ der Herzen, Barack Obama, ist wohl so etwas wie der Spitzenreiter der Promis, was Tiernamen angeht.

Neun Tierarten sind nach ihm benannt. Ganz im Gegensatz zu anderen Stars tragen auch nicht nur Käfer seinen Namen. (Von denen gibt es einige, weshalb viele Namen zu vergeben sind).

Stattdessen gibt es einen Obama-Vogel, den „Obama-Faulvogel”, mehrere Fische und die Aptostichus barackobamai, eine Spinnenart. Ein Mini-Highlight ist die Haarwurm-Art Paragordius obamai. Sie kann sich nämlich ohne Mann vermehren! Außerdem wurde sie nahe der Geburtsstadt von Obamas Vater in Kenya gefunden – ziemlich süß, so verewigt zu werden.

So sieht Obama als Haarwurm aus Foto: Ben Hanelt, Matthew G. Bolek, Andreas Schmidt-Rhaesa / wikicommons

Der Arnold-Schwarzenegger-Käfer

Der Käfer Agra Schwarzeneggeri wurde 2002 gefunden. Da hatte Arnie zwar schon seinen Zenit als alles zermatschender Terminator überschritten. Doch seine Muskeln sind in Erinnerung geblieben. Für immer wird nun der Agra Schwarzeneggeri seinen Namen tragen. Der Käfer hat Oberschenkel, die an Arnies beste Bodybuilder-Zeiten erinnern. Und das ganz ohne Anabolika. Oha.

Die Shakira-Wespe

Summ summ, Shakira flieg herum Foto: Eduardo Mitio Shimbori, Scott Richard Shaw / wikicommons

Die Shakira-Wespe (Aleiodes shakirae) soll an die Sängerin erinnern – allerdings nicht wegen ihrer Optik, sondern wegen einer schmerzhaften Eigenschaft des Insekts. Sie ist nämlich ein Parasit und frisst andere Insekten. Wenn die fliegende Mini-Shakira andere Tierchen befällt, krümmen die sich angeblich so, als würde Shakira Bauchtanzen. Na dann, summ Shakira, summ summ ...

Die Donald-Trump-Motte

„Trumpi“ Foto: Dr. Vazrick Nazari / wikicommons

Auch nach dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wurden gleich verschiedene Tiere benannt. Die Motte „Neopalpa donaldtrumpi” wollen wir aber besonders herausgreifen. Denn sie hat einfach wunderschöne Haare. Bzw eigentlich ist es eine Kopfform, die auf wundersame Weise an die blonde Fönfrisur Trumps erinnert.

Die Beyoncé-Fliege (mit goldenem Arsch)

Ich flieg auf Beyoncé! Foto: Erick / wikicommons

Eigentlich sind wir ja der Meinung, dass JLs Po der Heilige Grahl der Promi-Pos ist. Doch als Forscher eine Fliege fanden, die ein goldenes Hinterteil hat, benannten sie diese nach Beyoncé (Scaptia beyonceae). Irgendwie auch legitim.

Die David-Bowie-Spinne

Flauschig Foto: Zleng / wikicommons

2008 entdeckte der Leiter der Spinnenabteilung im Frankfurter Senckenberg Museum eine neue Spinnenart. Doch nicht etwa in Malaysia, wo die Spinne üblicherweise lebt: Nein, ein Mann war zu ihn gekommen und hatte ihn gebeten, seine Spinne zu identifizieren.

Die bis zu 13 Zentimeter große Spinne war eine bislang unentdeckte Art. Sie wurde nach David Bowie (Heteropoda davidbowie) benannt.

Die Spinne hat dem Museum sogar einige Aufmerksamkeit gebracht. Erst kamen 70.000 Besucher zu einer Spinnensonderausstellung. Dann biss die männliche David Bowie Spinne seine Frau tot, mit der er gerade Spinnenbabys gezeugt hatte.

Ein naturwissenschaftliches Phänomen. Denn üblicherweise sind es die Frauen, die die Männer essen.

Quelle: Noizz.de

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