Immer öfter gerät das Unternehmen in die Schlagzeilen.

Zuletzt wurde über Flixbus berichtet, weil zwei Fahrer die Höhe einer Brücke falsch eingeschätzt haben, wodurch das Dach des Busses einfach abgefahren wurde.

Die Höhe der Brücke wurde von den zwei Fahrern falsch eingeschätzt. Foto: Berliner Feuerwehr / dpa picture alliance

Auch wenn die Tickets deutlich günstiger sind als eine Zugfahrt, nimmt der Kunde bei Fernbussen immer öfter Schwierigkeiten in Kauf. Verspätungen und dabei im Regen stehen ist noch das geringere Übel. In diesem Jahr musste FlixBus häufiger Stellung zu bestimmten Vorfällen beziehen.

Als im Oktober auf YouTube ein Video auftauchte, in dem ein FlixBus-Fahrer während der Fahrt auf seinem Smartphone tippt, begann ein heftiger Shitstorm. Zu Recht! Denn der volle Bus war bei einer Geschwindigkeit von 110 km/h unterwegs!

Fahrgast Christian nahm den Busfahrer während der Fahrt von Mainz nach Siegen auf. Als sie in Siegen ankamen, erstattete der petzende Fahrgast Anzeige bei der Polizei. Ein Polizeisprecher äußerte sich zu diesem Vorfall und sagte, dass dem Fahrer ein Bußgeld von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg bevorstehe.

Auch FlixBus hatte umgehende Konsequenzen eingeleitet. So muss der Busfahrer eine umfassende Nachschulung absolvieren.

Die Stiftung Warentest verglich mehrere Busunternehmen in Deutschland. Der Marktführer Flixbus schnitt im Punkt „Fahren“ etwas schlechter ab als seine Konkurrenten. Nur jeder dritte Fahrer wurde als freundlich beschrieben. Auch wurde in zwei von zehn Testfahren über Freisprecheinrichtung telefoniert. Sobald Verspätungen bevorstünde, informierten die Fahrer ihre Gäste kaum, sodass der Service des Busunternehmens „FlixBus“ als mittelmäßig eingestuft wurde.

Das der Service nicht optimal ist, können auch Renée und Tiesan-Yesim bestätigen. Die 17- und 19-Jährigen wurden nämlich an der Raststätte Brunautal an der A7 zurückgelassen. Sie waren von Hamburg nach Bonn unterwegs, als eine außerplanmäßige Pinkelpause aufgrund der kaputten Bordtoilette eingelegt wurde. Die Pause sollte lediglich fünf Minuten gehen.

Als die beiden Freundinnen nach ihrem Toilettengang von der Raststätte zurückkamen, war der Bus weg. Die Fahrgäste wiesen den Busfahrer auf das Fehlen der Mädchen hin, allerdings befanden sie sich während dieses Hinweises schon auf der Autobahn. Die beiden Mädchen nahmen sich ein Taxi, um nach Hause zu kommen, jedoch übernahm das Busunternehmen nicht die Kosten.

Mutter und Babys getrennt

Dass Passagiere einfach vergessen werden, ist kein Einzelfall. Es ist sogar schon vorgekommen, dass eine Mutter am FlixBus-Bahnhof Bielefeld-Brackwede, unweit Höhe Brackwede-Kirche, vergessen wurde, während ihre drei Kinder darunter ein Baby – sich im Bus befanden. Die Mutter suchte nach einer Möglichkeit, die Milch für ihr Baby zu erhitzen, bevor der Bus um 7.07 Uhr Richtung Berlin losfuhr.

Als er das einfach ohne sie tat, rief sie unter Tränen die Polizei an. „Völlig aufgelöst berichtete sie, dass ihre drei Kinder allein mit dem Reisebus auf der Autobahn 2 unterwegs waren“, sagt Polizeisprecher Michael Köttner. Auch die Mitreisenden teilten der Polizei den Vorfall mit und wiesen den Busfahrer auf die mutterlosen Kinder hin. Jedoch ließ er sich nicht davon abbringen, die Fahrt fotrzusetzten. Erst die Autobahnpolizei konnte den Bus stoppen.

Der allgemeine O-Ton des Busunternehmens ist, dass die Pausen korrekt eingehalten wurden und interne Prüfungen eingeleitet würden. Sie würden diese Vorfälle bedauern, jedoch hätten die Fahrer immer richtig gehandelt.

Das Busunternehmen FlixBus ist der Bitte der NOIZZ-Redaktion um eine Stellungnahme bis zur Veröffentlichung des Berichtes nicht nachgegangen.

Quelle: Noizz.de