Warum Rapper jetzt auf diesen Omi-Trend stehen

Luisa Hemmerling

Musik, Kultur, Interviews
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Frank Ocean auf seinem Instagram-Account Foto: @blonded / Instagram

Vetements ist natürlich wieder an allem schuld.

Was hat ein Rapper mit russischem Omi-Kopftuch zu tun? Das kann man sich schon mal fragen beim Anblick von Frank Ocean auf Instagram, der mit stolzem Grinsen ein um den Kopf gewickeltes Seidentuch präsentiert.

Der Trendsetter des Babuschka-Styles ist Frank allerdings nicht. Sich öffentlich im Omi-Stil zu präsentieren ist schon länger ein Phänomen – und wird 2019 megadurchstarten. Doch wir haben uns gefragt:

Woher kommt der Babuschka-Trend?

Es ist schwierig, den genauen Ursprung vom Fashion-Comeback des seidenen Kopftuchs festzustellen. Wer war die inspirierende Fashion-Omi, die von Designern Gosha Rubchinskiy, Demna Gvasalia und Co. entdeckt worden ist? Kleiner Hinweis: Es gibt sie nicht.

Die Einkehr des Omi-Kopftuchs in die Fashion-Welt hat wohl viel mehr mit aufgebrochenen Gender-Bildern, der aufkommende Granny-Hype und dem osteuropäischem Fashion-Einfluss zu tun.

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Erste Phase des Babuschka-Trends: aufgebrochene Gender-Rollen

Mode, die sich an keine Gender-Rollen festsetzt, wird schon seit Jahren von vielen Designern als Gegenbewegung zu der verklemmten Cocktail-Kleider-Mode entworfen. Spätestens als Jaden Smith im Jahr 2016 für Louis Vuitton im Glitzer-Rock posierte, tauchte dieser Trend auf jedem Newsfeed auf.

Zweite Phase des Babuschka-Trends: die Rückkehr der Omi

Demna Gvasalia ist einer der wichtigsten Designer der momentanen Streetwear-Szene. Der Georgier ist Chefdesigner von Vetements und orientiert sich an einem Post-Soviet-Stil. Er war derjenige, der das Babuschka-Kopftuch Anfang 2018 auch zum ersten Mal auf dem Laufsteg zeigte.

Im Jahr davor schickte Vetements neben jungen Models auch Omis über den Laufsteg, und trug so dazu bei, das festgefahrene Bild von Fashion zu öffnen. Vielleicht hätten wir damals schon ahnen müssen, was ein Jahr später kommen sollte.

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Dritte Phase: der Ost-Europäische Einfluss

Gosha Rubchinskiy ist ein russischer Designer, der einen ähnlichen Stil wie Demna Gvasalia verfolgt. Er machte sich einen Namen durch Kollaborationen mit Adidas und Burberry und besitzt zwei eigene Marken, in denen er den Post-Soviet-Stil auslebt. Seine Designs sind manchmal mit der russischen Flagge bedruckt oder benutzen Russlands Nationalfarben weiß, blau und rot. Durch unter anderem von ihm gesetzte Zeichen wandelte sich Fashion in den letzten Jahren weg von westlichen Vorbildern und hin zu Trends aus Ost-Europa und weiteren Teilen von Russland.

So kam es, dass zum Beispiel A$AP Rocky im November 2018 in vollem Granny-Outfit von Gucci zu einer Kunst-Gala in Los Angeles erschien. Er trug einen langen bestickten Morgenmantel, schwarze Leder-Pantoffeln und Riesen-Sonnenbrille. Um seinen Kopf hatte er ein geblümtes Seidentuch gebunden, dass er unter seinem Hals festgebunden hatte.

Er hat uns gezeigt: der Babuschka-Stil ist so was von bereit, in 2019 durchzustarten

Um auf den Zug aufzuspringen, hat Gucci jetzt eine eigene Babuschka-inspirierte Kollektion an Seidentücher-Mützen herausgebracht, die du dir für schlappe 340 Euro gönnen könntest.

Kein Wunder also, dass Frank Ocean so stolz auf seinem Babuschka-Post aussieht. Denn das Babuschka-Tuch scheint bald der neue Omi-Trend zu sein, an dem sich auch Rapper bedienen dürfen.

Quelle: Noizz.de