Warum Fashion-Bloggerin Angela Doe über veganen Lifestyle schreibt

Larissa Königs

Design, Trends, Social
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Fashion-Bloggerin Angela Doe : „Endlich bin ich so, wie ich immer sein wollte”

Sie hatte ein tolles Blogger-Leben – bis sie keine Aufträge mehr bekam und zusammenbrach. Doch dadurch fand sie wieder zu sich selbst.

Heute sind Blogger selbstverständlich. Doch das war vor sieben Jahren noch ganz anders. Da fing Angela Doe an ihren Blog zu schreiben.

Sie legte damals einfach los, ohne Plan. Und hatte trotzdem Erfolg: 2013 meldete sie den Blog als Gewerbe an und verdiente damit zum ersten Mal Geld. „Auf einmal hatte ich so viele Kooperationen. Jeden Tag kamen Pakete rein mit Klamotten von coolen Online-Shops und man denkt sich, dass man ein richtig geiles Leben hat”, sagt Angela.

Angela in einem Outfit-Post vom März 2015 Foto: www.angeladoe.com

Der Traum vom Leben der Reichen und Schönen platzte

Dieser große Traum vom Leben der Reichen und Schönen: Zu diesem Zeitpunkt war sie ganz nah dran. Sie reiste, fuhr zur Fashion Week und traf anderen Blogger. Die waren nie Konkurrenz, sondern immer Freunde. Alles war gut – bis 2015, dem Zeitpunkt, an dem es einfach keine Kooperationen mehr gab.

Angela: „Vorher kamen die Leute immer auf mich zu, und auf einmal stand ich komplett ohne Aufträge da. Ich fühlte mich so schlecht. Als ob ich nichts wert wäre. Also versuchte ich, mich und den Blog zu optimieren. Ich nahm jede Kooperation an, egal für welches Label. Ich brauchte ja das Geld.”

Der absolute Tiefpunkt kam, als Angela überlegte, sich mehr Follower bei Instagram zu kaufen. Im Endeffekt tat sie es nicht, weil sie es nicht mit sich selbst vereinbaren konnte, aber allein die Überlegung machte ihr zu schaffen.

Erst eine Reise nach Hawaii half Angela wieder auf

„Es hat mich einfach frustriert, dass meine Worte auf einmal nichts mehr Wert waren. Ich lag eine Woche lang flach und konnte nichts mehr; wollte nicht mehr weitermachen. Dazu kam dann noch, dass meine Beziehung vorbei war – also alles in allem ging es mir einfach nur schlecht.

Erst eine Reise nach Hawaii mit einer Freundin half ihr aus dem Tief raus. Dort schlief sie unter freiem Himmel, reiste mit Hippies und lebte in den Tag hinein. Auf einmal fragte sie sich, warum sie hier mit nur zwei Hosen und fünf T-Shirts so glücklich war, obwohl sie dafür zu Hause immer tausende von Klamotten brauchte.

Eine Collage über die Zeit in Hawaii. Foto: www.angeladoe.com

Also änderte sie ihr Leben, den Blog, alles. Schon vor der Reise ernährte sie sich vegan, doch danach legte sie noch mehr Wert auf Nachhaltigkeit. Heute macht sie nur noch Kooperationen mit kleinen Labels, die auch nachhaltig und fair produzieren.

Foto aus dem Outfit-Post „Lederfrei” Foto: www.angeladoe.com

Ihre Beiträge sind jetzt nicht mehr über die nächste It-Bag, sondern über Meditation. Statt Karl Lagerfeld schreibt sie jetzt über Yoga. Und das ist gut so. Heute ist Angela zufrieden mit sich und ihrem Blog.

„Was ich mir heute wünsche? Eine bessere Welt. Einen Rückzugsort auf dem Land mit Kamin, einem Gemüsegarten, einem Dutzend Tieren. Ich wäre gerne viel mehr draußen, viel öfter am Meer und in der Welt. Und darüber will ich erzählen, mit Bildern und mit Worten.”

So sieht für Angela Glück aus. Foto: www.angeladoe.com

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