So findest du deinen eigenen Look

Maik Kaiser

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Fashionblogger Maik Kaiser
Fashionblogger Maik Kaiser Foto: Maik Kaiser / Instagram

Modeblogger Maik Kaiser sagt dir, wie du aus der Masse herausstechen kannst.

Als Modeblogger gehe ich immer mit offenen Augen durch die Welt und suche nach Inspirationen. Doch ich frage mich dabei sehr oft: Was ist eigentlich in den Kleiderschränken und beim Stilbewusstsein der Leute los?

Ich beobachte unzählige Menschen, die einfach komplett gleich aussehen: Klamotten, Schuhe, Frisur ... Ist das das Ziel? Aussehen wie alle und in der Masse untergehen?

Gut, sicher gibt es viele, denen es nicht gefällt, aufzufallen. Doch absurderweise denken viele Leute, dass sie mit ihrem Einheitslook cool, individuell und modisch seien.

Nein – das sind sie ganz und gar nicht. Und wo Fußballer, Fitness-Junkies und Kim-Kardashian-Look-Alikes meinen, den Ton anzugeben, sollte man mal einiges geraderücken und an die Individualität appellieren.

Gedanken über das Outfit machen – das wäre schon mal ein Anfang

Als Fashionblogger beobachte ich ständig was andere Menschen so tragen und wie sie sich in ihrer Kleidung präsentieren.

Dabei stelle ich mir sehr oft die Frage, was für Gedanken oder ob überhaupt Überlegungen in die Wahl des Outfits geflossen sind. Was soll dieser Look aussagen, wie möchte man damit auf andere wirken und wie wird man wahrgenommen?

Okay, ich traue mich es kaum zu sagen, doch kenne ich wahrscheinlich die Antwort: „Das hing grad griffbereit.“

Ich glaube, für viele ist Mode etwas Oberflächliches, oder sie sind damit einfach überfordert. Und obwohl die Innenstädte voll sind und die meisten Leute Shopping lieben, kommt bei der Kleiderwahl wenig Hirnschmalz zum Einsatz.

„Hauptsache passt, ist bequem und glücklicherweise auch noch reduziert“, das scheinen die Motivationen beim Kauf zu sein. Beim Styling sieht es ähnlich homogen aus.

Masse ist Klasse? Individualität adé!

Jungs tragen alle den gleichen Haarschnitt und sehen aus, als würden sie den ganzen Tag auf den Knien rumrutschen oder gleich zum Sport gehen. Mädels eifern den immer gleichen Bloggerinnen oder Social-Media-Stars nach und schaffen es einfach nicht, vom Oma-Knödel auf dem Kopf oder Ballerinas an den Füßen loszukommen.

Ich habe nichts gegen Sidecuts, Jogginghosen, Sneaker, Jeans mit zerrissenen Knien, Balayage, Ombré, Leggins oder krasse nachgemalte Augenbrauen.

Aber warum tragen es alle? Habt ihr keine eigenen Ideen?

Nicht jedes Mädel kann Contouring und nicht jeder Kerl ist gleich ein cooler Womanizer, weil er im Studio pumpen geht, oder ein Naturbursche, weil er einen Bart trägt. Schau, was dir wirklich steht, und versuch du selbst zu sein.

Erfinde dich selbst

Du brauchst keinem Trend zu folgen, um cool zu sein. Vor allem solltest du niemanden kopieren und dabei denken, du seist individuell.

Erfinde deinen eigenen Stil!

Schau dir in Modezeitschriften und Runway-Shows an, was gerade modisch angesagt ist. Du wirst bemerken, dass das meilenweit entfernt von den Looks ist, die du auf der Straße siehst. Das ist also deine Chance!

Lass dich inspirieren und stelle deine eigenen Outfits zusammen, die deine Persönlichkeit unterstreichen. Schau dabei nicht nur bei den bekannten Modeketten, sondern entdecke neue Marken, Jungdesigner und ausländische Label (Internet sei Dank!). Das schult deine Trend-Expertise. Du wirst schnell merken, welcher Style dir gefällt und zu dir passt.

Probiere Looks aus und mach davon Selfies.

Schau sie dir genau an und sieh selber, was gut an dir ausschaut und womit du dich wohlfühlst. Und bedenke bitte immer: Du kannst nicht jedem gefallen. Geschmäcker sind unterschiedlich. Sei dir selber Treu und zeige, wer du bist.

Nutze Mode für dich

Mode ist ein Statement! Du kannst durch dein Outfit auffallen, dich zurücknehmen oder provozieren. Es liegt ganz bei dir.

Das Sprichwort „Kleider machen Leute“ ist immer noch ein wichtiges Fashionstatement. Mode zeigt deine Individualität, die total verloren geht, wenn du der Masse entsprichst. Überlege dir, bei welchem Anlass du wie wirken möchtest und mach daraus dein eigenes Ding.

Ich persönlich liebe es, verschiedene Stile miteinander zu kombinieren, zum Beispiel eine enge, moonwashed Jeans mit einer eleganten Frackjacke und Fliege. Oder ich kombiniere anstatt eines Sakkos eine lässige Bomberjacke zum Anzug.

Klar weiß ich, dass ich damit heraussteche und Reaktionen hervorrufe. Und die Blicke sind sicher nicht immer positiv. Anders zu sein als die Masse, ist nicht immer einfach, aber was ist schon einfach?

Trau dich einfach. Du bist du!

Was Mode kann

Dir sollte klar sein, dass Mode Denkmuster beeinflussen kann. Mode erzählt Geschichten. Mode zeigt unsere Identität. Nur habe ich den Eindruck, dass Individualität und Modegeschmack immer mehr verschwinden.

Mainstream, Einheitsbrei, Uniform stellt heute die Trends.

Sich mit Mode auszudrücken und sich abzugrenzen, wird immer schwieriger und scheint uninteressanter zu sein. Es verbreiten sich immer mehr gleiche Schubladen-Looks, die man easy aufgreifen kann, ohne groß darüber nachzudenken. Alles, was vom Mainstream der Kaufhäuser abweicht, scheint zu auffällig und auffällig möchte anscheinend niemand sein.

Leute! Eckt an! Fallt auf! Und zeigt, dass ihr Mode zu eurem eigenen Stil macht. Damit zeigt ihr eure persönliche Individualität und seid spannend.

Quelle: Noizz.de

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