Shitstorm zu „Phantastische Tierwesen 2“ – weil Asiatin Nagini spielt

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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Der zweite Teil des Harry-Potter-Spin-Offs soll am 16. November in die Kinos kommen. Foto: warner bros. / Facebook

Man kann es aber auch keinem Recht machen ...

Harry-Potter-Fans sind voll aus dem Häuschen: Die ersten Details zu „Phantastische Tierwesen: Grindewalds Verbrechen“ sind bekannt. Neben dem Trailer, wurde auch der Cast bekannt gegeben. Mit dabei sind unter anderem Johnny Depp, Eddie Redmayne, Zoe Kravitz und Jude Law. Eine Rollenbesetzung sorgt allerdings für Aufsehen im Netz.

Die US-koreanische Schauspielerin Claudia Kim übernimmt die Rolle der Nagini. Harry-Potter-Pros wissen Bescheid: Es handelt sich hierbei um Lord Voldemorts geliebte Hausschlange.

Im zweiten Teil von „Phantastische Tierwesen“ lüftet J.K. Rowling das Geheimnis um diese Figur aus dem Potter-Universum: Nagini ist ein Maledictus, ein Animagus, der sich irgendwann nicht mehr in seine menschliche Gestalt zurückverwandeln kann. Auf Twitter klärte J.K. Rowling auf, wieso: Nur Frauen können ein Maledicturs sein. Es ist ein Fluch, der von der Mutter an die Tochter vererbt wird.

Soweit so gut. Für viele hat die Rollenbesetzung dieses Charakters allerdings einen bitteren Beigeschmack. Zum einen, weil hier Frauen mit etwas durch und durch Negativem besetzt werden. Nagini ist böse.

Auch wenn die Schlange seit der Bibel mit dem Sündenfall und weiblich assoziiert werde, sei das für J-K. Rowling nicht zwingend, wie sie sie auf Twitter klarstellte. Zum anderen kritisieren aber auch viele, dass eine Asiatin für die Rolle der Nagini ausgewählt wurde. Viele werfen der Autorin Rassismus und mangelnde Diversität vor.

Problematisch sei auch, dass Zoe Kravitz, Afro-Amerikanerin, mit Leta Lestrange ebenfalls eine „böseRolle übernehme. Das Bild was vermittelt werde, sei folgendes: Frauen, die nicht dem westlichen, weißen Stereotypen entsprechen, sind böse.

Claudia Kim selber ist übrigens okay mit ihrer Auswahl. Sie freue sich, dass im Cast auch Schauspieler mit Migrationshintergrund berücksichtigt werden. Das sei nicht immer selbstverständlich bei großen Hollywood-Produktionen.

Hinzu kommt ja auch, dass die Figuren in J.K. Rowlings fiktionalen Welten nie eindimensional sind, sondern sehr komplex. Auch wenn Lord Voldemort zum Beispiel das Böse schlechthin repräsentiert – in zahlreichen Rückblenden wird immer wieder deutlich gemacht, dass auch er Liebe empfinden kann. Insgesamt stehen alle Charaktere in ihrer Gesamtheit doch eher dafür, dass Barrieren überwunden werden können und es egal ist, woher man kommt.

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Außerdem scheinen einige Fans bei ihren Rassimus-Vorwürfen zu vergessen, dass Harry Potters erster Schwarm ebenfalls eine Asiatin war: Cho Chang. Und die hatte nun wirklich gar keine negativen Attribute mitbekommen.

Quelle: Noizz.de