Neue YouTube-Serie: So lustig kann es sein, wenn Berliner ihre WG bei "airbnb" vermieten

Lara Grellmann

NOIZZ-Praktikantin
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Die Wiederkehr des "Floaters": Lucia (Elli Tringou, l.), Toni (Anton Weil, M.), Joon (Joon Kim, r.) Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

„Just Push Abuba“ vereint alle wichtigen Themen und ist dabei super witzig!

Was passiert, wenn drei mittellose Multikulti-Millennials beschließen, eine Ecke in ihrer Berliner WG auf "airbnb" anzubieten? Damit beschäftigt sich die sechsteilige Miniserie „Just Push Abuba“, die seit dem 16.März in der ZDFmediathek und auf YouTube zu finden ist.

NOIZZ hat sich das Ganze für euch vorab schon mal angeschaut.

Zunächst etwas Background

Das Projekt stammt aus der Feder von Niko Schulz-Dornburg, Jana Burbach (schrieb auch schon für „Bad Banks“) und Wiktor Piatkowski.

Produziert wurde die Serie im TV-Labor Quantum der ZDF-Nachwuchsredaktion „Das kleine Fernsehspiel“, von der auch „Familie Braun“ stammt.

Worum geht es jetzt genau?

Die Griechin Lucia (Elli Tringou), der „in Kreuzberg geborene und aufgewachsene“ Toni (Anton Weil) und der Deutsch-Koreaner Joon (Joon Kim) teilen sich eine Wohnung in Berlin. Was sie außer der Wohnung noch gemeinsam haben: Geldnot.

Um ihre chaotischen Leben finanzieren zu können, beschließen sie, als neue Einnahmequelle eine Ecke in ihrer WG auf einem Online-Portal für Gäste aus aller Welt anzubieten.

Toni (Anton Weil, l.) und Joon (Joon Kim, r.) Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

Ein selbstgebautes Bett („I made it myself out of Europaletten. It just means so much more when you’ve built it with your own hands“), eine wackelige Regalkonstruktion und eine Nachtlampe auf gefühlt einem Quadratmeter, abgetrennt vom Rest der Wohnung durch einen Vorhang (etwas Privatsphäre muss sein). Oder, wie sie in der ersten Episode so schön sagen: „This is where the magic happens“.

Und was passiert dann?

In jeder Episode (Dauer etwa 7 Minuten) wird das liebenswerte Trio mit neuen Gästen beehrt, von denen jeder sein ganz eigenes Flair mitbringt.

Ein ganz besonderer Gast hat in Toni (Anton Weil) eine sexuelle Identitätskrise ausgelöst Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

Vom amerikanischen Blogger-Klischee-Paar („We did want something more edgy for the blog!“) über einen skandinavischen Filmstar mit Affinität für den menschlichen Anus (The Sphincter Chronicles – „No men anymore, no women, no genders. Only anus!“) bis zu einem renommierten Psychoanaltiker etwas höheren Alters („Nun denn.“) ist da alles dabei.

Dabei geraten Lucia, Toni und Joon von einem bizarren Abenteuer ins nächste, während der überkorrekte Vermieter (Fresh Torge) im Treppenhaus lauert wie ein Kommissar im Tatort.

Der duldet nämlich „keine Zweckentfremdung von Wohnraum“  - das heißt, es muss alles unter höchster Geheimhaltung ablaufen.

Vermieter Riesenkampf (Freshtorge, r.) und Lucia (Elli Tringou, l.) verstehen sich auf mehreren Ebenen eher weniger gut Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

Dazu kommt, dass zumindest Lucia kaum Deutsch versteht, fast die gesamte Kommunikation muss daher also auf Englisch laufen (worin in großen Teilen auch die Serie gehalten ist, natürlich aber mit Untertiteln für so Leute wie mich, die ohne selbige vor lauter Übersetzungsarbeiten dem Plot nicht mehr vernünftig folgen könnten).

Das kann schon mal zu Komplikationen in der Verständigung mit Gästen aber auch mit dem Vermieter führen, der gerne mal unangemeldet vor der Tür steht, um dezent daran zu erinnern, dass „die Miete fällig ist“ und er sich bei weiterem Verzug „an seinen Vater wenden muss“.

Während der gesamten Serie widmen sich alle hingebungsvoll und ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste der Aufgabe, gute Reviews für ihre Online-Präsenz einzuheimsen.

Denn viele Sterne bedeuten mehr Gäste und mehr Gäste bedeuten mehr Geld.

Joon (Joon Kim, r.) zeigt Lucia (Elli Tringou, l.) und Toni (Anton Weil, M.) die Bewertung der ersten Gäste Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

Zwischendurch kommt es immer mal wieder zu häuslichen Notfällen, wie beispielsweise ein Festhängen des Thermostats auf 35 Grad, die es den dreien zusätzlich erschweren, ihrer Vorstellung eines perfekten Hosts gerecht zu werden.

Das Chaos ist also vorprogrammiert – ich liebe es.

„Just Push Abuba“ bewegt sich in vielerlei Hinsicht am Puls der Zeit. Der Grundriss der Serie: Jung sein, wenig Geld haben, deshalb ein Bett über ein Online-Portal vermieten – all das sind Thematiken, mit denen ich locker bei jedem Zweiten von euch auf frenetisches Nicken stoßen sollte, so nach dem Motto „Ach ja klar, das kenn ich“.

In der Aufmachung überzeugt das Format durch ebenso fantasievolle wie eingängige Episodentitel („Fucklab Honey!“, „Asshole Utopia“).

Inhaltlich schafft es „Just Push Abuba“, aktuell diskutierte Thematiken wie Gender Fluidity und Millennial-Lieblingsthemen wie Sex, Drogen und Food Porn zu vereinen und gleichzeitig die deepen Fragen des Lebens (Wer bin ich? Warum geht die Toilette nicht? Und wie komme ich ins Berghain?) aufzugreifen, ohne zu trivialisieren oder sich dabei zu ernst zu nehmen.

Es hätte ein perfekte Nacht werden können: Insta-Girl (Cheyenne Savannah Ochsenknecht, l.), Toni (Anton Weil, M.) und US-Gast Amy (Katharina Sporrer, r.) erleben eine Überraschung Foto: Florian Mag / obs/ZDFneo/LUPA FILM GmbH

Du kannst dir alle Folgen von "Just Push Abuba" ab heute in der ZDFmediathek und auf YoutTube ansehen.

Am Montag, 16. April 2018, 0.15 Uhr, folgt die Ausstrahlung als Zusammenschnitt der sechs Folgen im ZDF.

Quelle: Noizz.de

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