Apple-Mitarbeiter dürfen nur 8 Minuten aufs Klo – eine Ex-Angestellte packt aus

Alina Leimbach

Pop & Politik
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Ein iPhone Foto: obihirorabbit / flickr.com CC0

Schon „Apple“ klingt nach Perfektion.

Nach Google ist es das Unternehmen mit dem besten Marken-Image der Welt – schon seit Jahren. Auch einen Job bei Apple zu ergattern, ist super hart. Wer genommen werden will, muss vielstufige Auswahlprozesse durchlaufen und sich gegen Tausende andere Bewerber durchsetzen.

Doch wer es einmal hinter die glänzende Fassade des US-Unternehmens geschafft hat, findet dort nicht unbedingt eine Welt vor, die so makellos wie ein unbenutztes iPhone ist.

Apple ist omnipräsent in unserem Alltag Foto: Ines Njers / flickr.com CC0

Diese Erfahrung hat auch Daniela Kickl gemacht. Ihr Bild der Supermarke Apple bekam bald Sprünge. Während Kickl fast drei Jahre als Mitarbeiterin in der irischen Europazentrale des Konzerns arbeitete, erlebte sie nach eigenen Angaben systematische Herabwürdigungen und Arbeiten wie in der Legebatterie. Das enthüllt sie in ihrem Buch „Apple Intern”.

„Ich liebte die Apple-Produkte. Für mich war Apple eine Firma, die Kreativität und schönes Design lebt und Innovation fördert”, sagt Kickl im Interview mit BILD. Deswegen machte es ihr auch nichts aus, dass sie bei Apple im Call-Center arbeitete. Und das, obwohl sie BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsmathematik studiert hat.

Immerhin seien ihr schnelle Aufstiegsmöglichkeiten versprochen worden, sagt sie. Doch aus dem Aufstieg wurde nichts. Sattdessen wurde Kickl krank und litt monatelang unter Schlafstörungen. Aber nicht nur ihr sei es so gegangen. Auch ihre Kollegen erlebten das. Andere Mitarbeiter hätten von „Holyhell” (heilige Hölle) gesprochen, als sie im irischen Holyhill für den Tech-Riesen zu arbeiten begann.

Bei Apple erlebte sie teilweise absurde Regularien: Unter keinen Umständen habe sie beispielsweise mehr als acht Minuten am Tag für Klogänge „verschwenden” dürfen. „Apple überwacht nicht nur unsere Pausen, sondern auch unsere Toilettenzeiten sekundengenau, was auf dem Weg dorthin kein überflüssiges Wort und keinen überflüssigen Schritt erlaubt”, schreibt sie in ihrem Buch „Apple Intern“.

Aber das war es bei Weitem nicht. „Arbeitsausfälle und Verspätungen werden von Apple grundsätzlich als  incidents (Vorfälle) gewertet. Dabei ist es egal, ob der Nicht-Arbeitsantritt selbstverschuldet ist oder aufgrund von Krankheit oder Unfall passiert.” Die Konsequenzen reichten von einem persönlichen Gespräch mit dem Vorgesetzen, längerer Probezeit bis zur Kündigung. Wenn man zu lange krank sei, könne es passieren, dass der Lohn gekürzt werde.

Insgesamt beschriebt sie in ein bis ins letzte Quäntchen perfektioniertes Arbeitssystem. „Ich habe mich gefühlt, als hätten Maschinen bereits die Macht über uns Menschen übernommen”, zitiert sie BILD.

Als sie schließlich keinen Urlaub für die Theater-Aufführung ihres Sohnes nehmen durfte, reichte es ihr

„Das Management meinte, so etwas sei kein wichtiger Grund für einen freien Tag. Mich, als Mutter, hat das ins Herz getroffen”, sagte die Wienerin. Sie kündigte.

Die Kritik an Apple ist nicht ganz neu: Während eine es als das reine Paradies beschreiben, gibt es immer wieder Menschen, die auf Jobportalen eine andere Sicht auf Apple preisgeben. Es sei schlichtweg abhängig von dem Team und Arbeitgeber, wie die Arbeitsbedingungen sein, schreibt ein Reviewer.

Quelle: Noizz.de

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